Handwerker bringen Menschen bundesweit um ihre Ersparnisse. Foto: Imago/Panthermedia

Immer wieder versuchen Betrüger in ganz Deutschland, Geld und Wertgegenstände von ahnungslosen Bürgern zu erbeuten. Und leider sind es besonders oft ältere Menschen, die darauf hereinfallen, aus Naivität, Angst oder Unsicherheit. Die Polizei Mittelfranken warnt vor bundesweit agierenden Tätern, die sich als Handwerker ausgeben und ihr Geld mit angeblichen Reparaturarbeiten verdienen. So sollten Betroffene reagieren.

Lesen Sie dazu auch: 20-jähriger Student aus Berlin: Ich wurde Opfer der Schlüsseldienst-Mafia! >>

In den vergangenen Tagen habe die Polizei immer wieder Hinweise auf angebliche Handwerkerfirmen erhalten, die vor allem älteren Menschen schamlos Arbeiten zu überteuerten Preisen anboten, warnt die Behörde in einer Mitteilung. Im Frühjahr beginne die Saison der Täter.

Falsche Handwerker machen Mietern mit Asbest-Warnungen Angst

Wie es funktioniert? „In der Regel gehen die vermeintlichen Handwerker gezielt und ungefragt auf Hauseigentümer und Bewohner zu und geben an, dass an ihren Häusern, Garagen oder Anbauten dringende Handwerksarbeiten durchgeführt werden müssten“, heißt es. Oft würden die Betrüger die Angst der Menschen ausnutzen, indem sie auf eine angebliche Asbest-Belastung hinweisen!

Die Polizei dazu: „Durch geschickte Gesprächsführung vermitteln die Täter den Eindruck, dass die Maßnahmen dringend erforderlich seien, und bieten gleichzeitig die schnelle Umsetzung zu einem vergleichsweise günstigen Preis an. Teilweise werden die Geschädigten noch zusätzlich unter Druck gesetzt, indem bereits während des ersten Gesprächs ohne Auftragsvergabe mit den Arbeiten begonnen wird.“ Auf Kleidung und Fahrzeugen würden sie falsche Firmen- und Zunftzeichen anbringen, um den Eindruck eines seriösen Betriebes zu vermitteln.

Lesen Sie dazu auch: Achtung, Betrug! Internet-Gangster wollen Firmendaten erbeuten >>

Wer sich unter Druck setzen lässt, hat dann keine Chance: Die angeblich nötigen Reparaturen werden dann schlampig durchgeführt, anschließend wird ein viel höherer Preis verlangt. „Da der Abriss bzw. Rückbau außerdem meist unfachmännisch und mittels grob durchgeführter Arbeiten erfolgt, können hierbei gesundheitsschädliche Schadstoffe freigesetzt werden. Mögliche Gesundheitsgefährdungen werden hierbei in Kauf genommen“, warnt die Polizei. Betroffene würden zudem massiv unter Druck gesetzt, Bauschutt einfach vor Ort liegen gelassen.

Diese Verhaltensregeln der Polizei sollten Betrugs-Opfer beachten

Nun warnt die Kriminalpolizei – und veröffentlicht Verhaltensregeln. Niemand sollte unangekündigte Handwerker in Haus oder Wohnung lassen oder gar etwas unterschreiben. „Seien Sie misstrauisch: Angebotene Dienstleistungen sind meist wenig fachgerecht bzw. werden letztlich nicht ordnungsgemäß durchgeführt. Die versprochene Entsorgung der Abfälle wird evtl. sogar überhaupt nicht ausgeführt“, warnt die Behörde. Und: „Zahlen Sie nie per Vorauskasse. Unterschreiben oder bezahlen Sie nichts unter Zeitdruck und nur gegen Vorlage ordnungsgemäßer Entsorgungsbelege.“ Betroffene sollten im Zweifel Vertrauenspersonen oder die Polizei hinzuziehen und Anzeige erstatten.