Der irre Fehler gibt 40 Prozent Rabatt beim Einkaufen.
Der irre Fehler gibt 40 Prozent Rabatt beim Einkaufen. Ralf Homburg/Lobeca/Imago

Es ist unfassbar, aber bisher funktionierte es! Ein irrer Visa-Fehler gab bis zu 40 Prozent Rabatt auf so gut wie alles in Internetshops. Einzige Bedingungen: Nutzer mussten eine Visa-Kreditkarte und Paypal-Konto besitzen. 

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Doch wie funktionierte es genau? Bei Paypal mussten Nutzer als Zahlungsmittel eine Visa-Kreditkarte angeben. Als Währung mussten sie dann Argentinische Pesos (ARS) bei der Zahlung mit der Visa einstellen. 

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Irrer Umrechnungsfehler macht Einkaufen mit Visa und Paypal 40 Prozent billiger

Danach konnten Kunden in vielen Onlineshops, die Paypal als Zahlungsmittel anbieten, einfach einkaufen und mit der Kreditkarte mit ARS als Währung bezahlen. Zunächst wurden Eurobeträge angezeigt, dann zeigte Paypal den Umrechnungskurs in Argentinischen Pesos an. Es war der offizielle Kurs, wie er auch bei offiziellen Währungsumrechnern zu finden ist. Doch dann kam der Preis-Knaller: Von der Visa-Kreditkarte wurde ein ganz anderer Kurs abgebucht. Der war nämlich zu 40 Prozent niedriger als der offizielle Kurs. 

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Doch wie kommt die märchenhafte Währungsdifferenz zustande? Argentinien hat im Dezember einen bevorzugten Umtauschkurs für Touristen eingeführt, die in Argentinien mit ausländischen Kreditkarten bezahlen. Der traurige Grund: das Land leidet unter einer fiesen Wirtschafts- und Finanzkrise. Touristen tauschten lieber Dollars und Euros im Land um, denn so bekommen sie wesentlich mehr Argentinische Pesos für ihr Geld. 

Nutzer kaufen Tankgutscheine, iPhones und sogar Kryptowährungen mit Rabatt

Doch die argentinische Regierung führte den „Touristen-Dollar“ ein. Nun können Ausländer mit Kreditkarten zu einem besseren Kurs bezahlen. Doch es machte sich auch Kritik breit. Denn auch Argentinier mit ausländischen Kreditkarten machten sich das System bereits zunutze. 

Nun also nutzen auch Europäer den Trick über Paypal. Nutzer der Angebotsseite Mydealz berichten von wahren Kaufrauschen. Manche von ihnen geben an mit 40 Prozent Rabatt Amazon-Gutscheine gekauft zu haben. Andere haben bei Ikea Möbel bestellt, wieder andere erzählen sie hätten Tankgutscheine gekauft. Manche Nutzer geben an, sogar Aktien und Kryptowährungen gekauft zu haben. 

Mit Mastercards oder American Express soll der Mega-Rabatt indes nicht funktionieren. Auch hatten im Laufe des Montags bereits mehrere Onlineshops die Bezahlung mit Paypal vorübergehend ausgesetzt. Mittlerweile hat der Bezahldienst die Bezahlung mit ARS Berichten zufolge komplett ausgesetzt.

Kann der irre Rabatt-Deal am Ende wirklich funktionieren? Vorsicht ist geboten

Doch wird der irre Paypal-Trick am Ende wirklich funktionieren? Wir haben Paypal, Visa und mehrere Banken um eine Stellungnahme gebeten. Visa ist das Problem bekannt. Mehr Informationen sind dazu jedoch noch nicht bekanntgegeben worden.

Möglich wäre, dass Visa am Ende den internationalen Umrechnungskurs verlangt und die Buchungen nachträglich korrigiert oder gar zurückholt. Ob Nutzer sich strafbar machen, ist derzeit noch nicht abzusehen. Bei Preisfehlern, die in Onlineshops mitunter vorkommen, werden Bestellungen danach häufig vom Anbieter storniert.

Anwalt: Vermutlich alles legal

Bisher berichten die meisten Nutzer, dass die Beträge von ihren Banken nur vorgemerkt seien. Doch Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei WBS-Law macht einigen Nutzern Hoffnung. In einem Video spricht er davon, dass es mehrere Chancen gäbe, dass Nutzer ihre so erstandenen Waren behalten können.

Eine Straftat liegt laut Solmecke jedoch vermutlich nicht vor. Betrug liege nicht vor, da durch den bloßen Einkauf keine Handlung vorgetäuscht wurde. Auch Computerbetrug sei es wohl nicht, da Nutzer die AGB von Visa nicht verletzt hätten.

Doch dürfen die Nutzer ihre Produkte zum Rabatt-Preis behalten? Solmecke gibt an, dass möglicherweise gegen die AGB von Paypal verstoßen wurde. Doch auch das sei schwammig. Das ganze Video des Rechtsanwalts könnt ihr hier sehen. 

Es könnte dennoch sein, dass alle Kaufrausch-Shopper noch mit einem üblen Shopping-Kater aufwachen. Daher rieten viele Nutzer bei Mydealz, nur Dinge zu kaufen, die man auch zum Vollpreis kaufen würde und es nicht zu übertreiben. Falls die Banken es am Ende nicht stornieren oder mehr abrechnen, ist das wohl aber der irrste Shopping-Deal ihres Lebens.