CSU-Chef Markus Söder, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) im Berliner Tempodrom AFP/John Macdougall

Hinter den Kulissen hagelt es Attacken auf Kanzlerkandidat Armin Laschet, doch kaum leuchteten beim offiziellen Wahlkampfauftakt im Berliner Tempodrom die Scheinwerfer auf, schalteten CDU und CSU auf Attacke vor allem gegen SPD und Grüne um. Fünf Wochen vor der Wahl riefen die Unions-Parteispitzen angesichts mieser Umfragewerte zum geschlossenen Kampf ums Kanzleramt auf. Soll heißen: weitere Kritik am Kandidaten Laschet unerwünscht!

Angela Merkel gibt Armin Laschet Rückendeckung

Demonstrativ gab auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Laschet Rückendeckung, bezeichnete ihn „tief überzeugt“ von dessen Wahl als „zukünftigen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland“. „Lieber Armin, du kannst dich dabei auf meine Unterstützung verlassen, dies ist ehrlich gemeint“, gab sich auch Dauerrivale und CSU-Chef Markus Söder handzahm, warnte aber zugleich vor einem Verlust der Regierungsmacht und fügte kämpferisch dazu: „Ich habe keinen Bock auf Opposition.“

Trotz aller demonstrativen Einigkeit stehen CDU und CSU mächtig unter Druck: Zuletzt hatte die Union in Umfragen dramatisch verloren, während die SPD zulegte und teils an den Grünen vorbei auf Platz zwei zog. In der Frage der Kanzlerpräferenz liegt SPD-Kandidat Olaf Scholz deutlich auf Platz eins. Laschets Umfragewerte haben pünktlich zum Auftakt der heißen Wahlkampf-Phase einen Tiefstwert erreicht.