Der Deutschen Bahn droht nach Corona und Flutkatastrophe jetzt noch ein Streik-Chaos.  imago/Rüdiger Wölk

Ausgerechnet zum Ende der Ferienzeit müssen sich viele Urlauber wohl auf Streiks einstellen! Bei der Deutschen Bahn (DB) spitzt sich der Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL gefährlich zu. Die DB bereitet sich auf Streiks in der nächsten Woche vor.

Streik-Entscheidung fällt am Dienstag

Es sei davon auszugehen, „dass es eine weitere Eskalation gibt“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler am Freitag. Er rief erneut zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Die GDL will am Dienstag das Ergebnis ihrer Urabstimmung bekannt geben. Gewerkschaftschef Claus Weselsky rechnet mit einer großen Zustimmung zum Arbeitskampf.

DB-Personalchef Seiler kritisierte: Streiks wären „gerade jetzt, wo wir wieder mobil werden“, eine „Attacke auf unser Land“. Streiks würden die Kundinnen und Kunden der Bahn „massiv“ treffen. Der Konzern werde alles daran setzen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. „Wir bereiten uns darauf vor.“

Schlechte Stimmung unter Beschäftigten

GDL-Chef Weselsky hat bereits mehrfach gedroht, er rechne mit einem längeren Streik. In der Süddeutschen Zeitung vom Freitag bekräftigte er: „Von Anfang an war klar: Es geht uns nicht nur um Nadelstiche.“ Die Beteiligung an der Urabstimmung sei groß, sagte Weselsky weiter. „Wir rechnen damit, dass die Belegschaft ‚Ja‘ zum Arbeitskampf sagt.“ Die Stimmung unter den Beschäftigten sei schlecht.

In dem Tarifkonflikt hat die Bahn der Gewerkschaft ein zweites Angebot gemacht. Es sieht eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent in zwei Schritten sowie weitere Leistungen etwa bei Altersvorsorge und einen Kündigungsschutz vor. Auseinanderliegen die Tarifparteien bei der Laufzeit und beim Zeitpunkt, ab wann die Lohnerhöhungen gelten.

Gewerkschaft schlägt Bahn-Angebot aus

Die DB will 1,5 Prozent mehr ab Januar 2022 zahlen, weitere 1,7 Prozent mehr ab März 2023. Laufen soll dieser Tarifvertrag bis Ende Juni 2024. Die GDL fordert bereits für 2021 ein Plus von 1,4 Prozent und für 2022 ein Plus von 1,8 Prozent, die Laufzeit soll am 30. Juni 2023 enden.

Weselsky wiederholte in der SZ vom Freitag, die Angebote der Bahn seien „nicht verhandelbar“. Sie blieben „weit“ hinter dem Abschluss für den öffentlichen Dienst 2020 zurück.