Es gibt Zoff um das Grab von Helmut Kohl in Speyer.
Es gibt Zoff um das Grab von Helmut Kohl in Speyer. Imago/Ulrich Roth/Hermann J. Knippertz

Inzwischen ist es mehr als fünf Jahre her, das der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl im Alter von 87 Jahren gestorben ist, doch zumindest um seine letzte Ruhestätte ist noch keine Ruhe eingekehrt. Neben Vorwürfen seines Sohnes Walter Kohl in Richtung der Witwe Maike Kohl-Richter gibt es nun auch ein Ultimatum der Stadt Speyer.

Helmut Kohl: Zaun und Kamera sollen von seinem Grab verschwinden

Wie das Lokal-Portal „Die Rheinlandpfalz“ berichtet, erklärte die Stadtverwaltung von Speyer man habe sich „ein weiteres und letztes Mal an die Witwe gewandt und sie aufgefordert, Zaun und Kamera um die Grabstätte zu entfernen“. Denn das ist das Bild, dass das Grab des Altkanzlers seit einigen Jahren abgibt. Sollte Maike Kohl-Richter der Aufforderung nicht folgen, so wolle die Stadt „selbst tätig werden“. Wie viel Zeit der Witwe des langjährigen Bundeskanzlers eingeräumt wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor. Eine Reaktion der 58-jährigen Volkswirtin gibt es noch nicht.

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Das Grab von Altkanzler Helmut Kohl ist eingezäunt und kameraüberwacht.
Das Grab von Altkanzler Helmut Kohl ist eingezäunt und kameraüberwacht. dpa/Uwe Anspach

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Ein weiterer Knackpunkt am Kohl-Grab: Noch immer ziert ein Holzkreuz die letzte Ruhestätte von Helmut Kohl. Aus der Sicht der Stadt Speyer sei es fünf Jahre nach der Beisetzung an der Zeit, dass das Grab seinen „finalen Grabzustand“ erreiche. Heißt: Ein Grabstein soll anstelle des provisorischen Kreuzes her. 

Helmut Kohl: Zoff zwischen Kindern und Witwe geht weiter

Ein Punkt, den auch Helmut Kohls Sohn Walter bereits im Juni im Interview mit der Bild monierte. „Es ist beschämend, dass Maike einen Absperrzaun und eine Videoüberwachung installieren konnte und zugleich wohl zu geizig für einen würdigen Grabstein war“, polterte er gegenüber dem Blatt. Zudem erklärte er noch einmal, dass Helmut Kohl eigentlich im Familiengrab in Ludwigshafen hätte begraben werden sollen, bei seiner 2001 verstorbenen Frau Hannelore Kohl. 

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Das hatte Walter Kohl bereits nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2017 deutlich gemacht. Damals war der Streit in der Familie Kohl offen entbrannt. Die Kinder des Politikers hatten sich einen deutschen Staatsakt gewünscht, Maike Kohl-Richter setzte einen europäischen Staatsakt und das Begräbnis in Speyer durch. Es folgte eine teils offen geführte Schlammschlacht und das Fernbleiben der Kohl-Kinder von den Feierlichkeiten.