Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kommt nicht aus den Plagiats-Schlagzeilen. imago/Future Image

Hat Annalena Baerbock etwa schon wieder abgeschrieben? Zum Gedenken an den Beginn des Mauerbaus vor 60 Jahren, am 13. August 1961, wollte die Kanzlerkandidatin der Grünen auf Twitter an die dadurch in die Wege geleitete deutsche Teilung erinnern.

Doch offenbar hat sie sich dabei einen Fehltritt geleistet, den Nutzer vor allem vor dem Hintergrund der Plagiatsaffäre um Baerbocks Buch heftig kritisierten. „Die innerdeutsche Grenze war der in Beton gegossene Kalte Krieg. Der Gedanke an 60 Jahre Mauerbau und die vielen Mauertoten erfüllt mich mit Schmerz“, twitterte Annalena Baerbock am Freitagvormittag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Hat Annalena Baerbock bei Nachrichtenportal abgekupfert?

Und etlichen Nutzern fiel auf, dass sie eine sehr ähnliche Formulierung bereits kannten – aus einer Meldung auf dem Nachrichtenportal ntv. Dort hieß es zuvor am Morgen: „Die Berliner Mauer war der in Beton gegossene Kalte Krieg. Ohne das Bauwerk, ohne Selbstschussanlagen und Hundestreifen wäre die DDR viel eher am Ende gewesen. Der Tag des Mauerbaus hat sich tief in das deutsche Gedächtnis eingebrannt.“

Kritik von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak

Es wirkt so, als habe die Grünen-Kandidatin den ersten Satz offenbar übernommen und den Begriff „Berliner Mauer“ durch „innerdeutsche Grenze“ ersetzt. „Sie hat Formulierungsschwächen“, konstatierte daraufhin ein Nutzer lakonisch. Außerdem ist Baerbocks Tweet auch geschichtlich nicht eindeutig. Der Begriff „Kalter Krieg“ lässt es so erscheinen, als hätten Ost wie West die Berliner Mauer gebaut.

Was CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nicht durchgehen lassen wollte. „Die Berliner Mauer war der in Beton gegossene Sozialismus“, schrieb er unter Baerbocks Tweet. Und rief in Erinnerung, warum die Mauer tatsächlich gebaut wurde: „Eine Unrechts-Regierung sperrte das eigene Volk gegen ihren Willen ein.“