Die weltweiten Arsenale der atomaren Massenvernichtungswaffen werden modernisiert. dpa

Forscher sehen Anzeichen, dass vor allem die USA und Russland mit zusammen über 90 Prozent des weltweiten Arsenals wieder verstärkt auf Atomwaffen setzen. Zwar ging die Gesamtzahl der atomaren Sprengköpfe weiter zurück, erklärte das schwedische Friedensforschungsinstituts Sipri. Nach Schätzungen gibt es davon  noch etwa 13.080, 320 weniger als vor einem Jahr. Allerdings sind mehr Atomwaffen einsatzbereit. Die Verringerung einsetzbarer Sprengköpfe scheine zu stocken. Gleichzeitig liefen umfassende Programme zur Modernisierung.

Sipri-Experte Matt Korda sagte, die Zahl gehe zurück, weil USA und Russland alte Sprengköpfe ausmusterten. „Da enden die guten Nachrichten. Praktisch jeder atomar bewaffnete Staat ist mitten in teuren und umfangreichen nuklearen Modernisierungskampagnen.“

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Die Zahl der Sprengköpfe, die auf Raketen montiert sind oder sich auf aktiven Stützpunkten befinden, stieg von 3720 auf 3825. Bei den USA und Russland kamen jeweils rund 50 hinzu. Etwa 2000 dieser Sprengköpfe werden Sipri zufolge in höchster Einsatzbereitschaft gehalten – nahezu alle von Russland und den USA.

China etabliere sich mit etwa 350 nuklearen Waffen auf Platz drei der Atommächte. Auf den Plätzen folgen (290), Großbritannien (225), Pakistan (165), Indien (156) und Israel (90?). Hinzu kommt Nordkoreas Arsenal, dessen Zahl auf 40 bis 50 geschätzt wird, wegen Unsicherheiten aber nicht zur weltweiten Gesamtmenge dazugezählt wird.