Der inzwischen gesunkene russische Raketenkreuzer „Moskwa“ auf einem Archivbild. dpa

In Russland liegen nach dem Untergang des russischen Flaggschiffs „Moskwa“ offenbar die Nerven blank. Offiziell soll der symbolträchtige, eine Milliarde Euro teure Raketenkreuzer der russischen Marine durch ein Feuer zerstört worden sein, nachdem Munition in Brand geraten sei.

Lesen Sie auch: Gehen Russland die Soldaten aus? Putin sucht „Personal“ für den Krieg – per Stellenausschreibung! >>

In der Nacht bestätigte Russland dann, das 186 Meter lange Kriegsschiff aus Sowjetzeiten sei gesunken. Die offizielle Version von einem Unglück glaubt aber selbst in Russland wohl niemand – anders ist der Wut-Auftritt einer Moderatorin und eingeladener Gäste zum Untergang der „Moskwa“ nicht zu erklären.

Wut-Runde im russischen Staatsfernsehen erklärt der Ukraine nach „Moskwa“-Versenkung den „Krieg“

Die illustre Runde im russischen Staatsfernseh-Programm Rossija 1 beerdigt die offizielle Sprachregelung: Mit der „Spezialoperation“ sei es nun vorbei, nun beginne der „Krieg“. Die Verwendung dieses Wortes müsste nach den neuen russischen Mediengesetzen eigentlich geahndet werden.

Mehr noch: Als Reaktion auf die Versenkung der „Moskwa“, die ja laut russischer Propaganda überhaupt nicht stattgefunden haben soll, müsste sich Russland nun rächen: Die ukrainische Hauptstadt Kiew solle zur Vergeltung massiv bombardiert werden, die ukrainischen Eisenbahn-Gleise müssten vollständig zerstört werden. Damit solle es ausländischen Staatsführern unmöglich sein, in die Ukraine zu reisen. Das angegriffene Land müsse einen „Blutzoll“ zahlen, heißt es wörtlich. Die Moderatorin spricht wortwörtlich vom „3. Weltkrieg“ gegen Nato und die USA, die die Ukraine mit Waffen versorgen.

Russland bombardiert Fabrik, in der die Raketen gebaut werden, von der die „Moskwa“ getroffen wurde

Der Wut-Auftritt deckt sich mit Berichten, nachdem Russland Angriffe auf die Region von Kiew verstärkt habe. Teilweise zerstört wurde laut AFP unter anderem eine Raketenfabrik, in der „Neptun“-Raketen hergestellt werden. Mit einem dieser Kurzstrecken-Lenkwaffen hat die Ukraine eigenen Angaben zufolge das russische Schlachtschiff versenkt. Getroffen hätten die russischen Truppen allerdings nur eine Werkstatt und ein Verwaltungsgebäude des Rüstungskomplexes Wisar bei Kiew.

In der entsprechenden Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums hieß es, am späten Donnerstag habe man als Reaktion auf „terroristische“ Angriffe der Ukraine eine „militärische“ Fabrik außerhalb Kiews mit seegestützten Kalibr-Langstreckenraketen angegriffen. In der Nacht waren zudem südlich von Kiew Explosionen zu hören.