Giftanschlag: Waren russische Agenten beteiligt?
Giftanschlag: Waren russische Agenten beteiligt? IMAGO/YAY Images

Vergiftungs-Alarm bei Ukraine-Verhandlern! Diese Nachrichten klingen unglaublich, die Anzeichen verdichten sich aber immer mehr.

Einem Bericht des renommierten Wall Street Journal zufolge sollen nach einem Treffen in der Nacht vom 3. auf den 4. März in Kiew mehrere Mitglieder der ukrainischen Delegation unter Vergiftungssymptomen gelitten haben. Auch der ebenfalls anwesende russische Oligarch Roman Abramowitsch sei betroffen gewesen, meldet auch der britische Guardian.

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Auch Russen-Oligarch Abramowitsch betroffen

Die Männer hätten schmerzende, entzündete Augen bekommen, im Gesicht und an den Händen habe sich die Haut gerötet. Laut Guardian habe Abramowitsch sogar zwischenzeitlich sein Augenlicht komplett verloren. Das englische Recherchenetzwerk Bellingcat bringt als mögliche Ursache neben einer Vergiftung mit einem chemischen Kampfstoff als weniger wahrscheinliche Hypothese auch den Einsatz von Mikrowellenstrahlung ins Spiel.

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Laut Wall Street Journal wiederum sei Experten zufolge auch ein biologischer Kampfstoff als Grund für die Symptome nicht auszuschließen.

Bis zum Morgen hätten die Symptome angehalten, hieß es von „Bellingcat“. Laut Christo Grozev, einem Ermittler der Rechercheplattform, wurde ein deutsches Forensikteam mit dem nötigen Fachwissen hinzugezogen.

Auch der russischen Multimilliardär Roman Abramowitsch litt unter mysteriösen Vergiftungserscheinungen.
Auch der russischen Multimilliardär Roman Abramowitsch litt unter mysteriösen Vergiftungserscheinungen. dpa/Anthony Ane

Putin-treue Ukrainer als Urheber?

Lebensgefahr bestand bei den Betroffenen offenbar nicht. Unklar ist, wer für den Anschlag auf ukrainischem Territorium verantwortlich sein könnte. Einige Quellen vermuten Moskau-treue Ukrainer als Angreifer. Andere gehen von russischen Geheimagenten aus.

Die Quellen des „Wall Street Journal“ machen Saboteure der Friedensgespräche für den Anschlag verantwortlich. Unklar ist, ob sie für eine Seite gearbeitet hätten und ob es Auftraggeber gab.

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Fest steht laut Bellingcat jedenfalls: Der Anschlag sollte niemanden töten, sondern die Opfer „nur“ in Angst versetzen. Inzwischen geht es allen Opfern wohl auch wider besser.