Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki gilt als meinungsstark. imago

Der FDP-Abgeordnete Wolfgang Kubicki hat die Befürworter einer Corona-Impfpflicht heftig kritisiert und ihnen Rache an Ungeimpften als Motiv unterstellt. „Ich bin entsetzt über das jakobinerhafte Verhalten vieler in diesem Land, deren Freude an 2G und Impfpflicht ja nicht mehr rational ist“, sagte der Bundestags-Vizepräsident zu der Zeitung Die Zeit (online).

„Vielen Impfpflichtbefürwortern scheint es um Rache und Vergeltung zu gehen.“ Auf die Nachfrage „Rache an wem?“ erwiderte Kubicki: „An den Ungeimpften, weil man glaubt, in ihnen die Verantwortlichen für unsere derzeitige Misere ausgemacht zu haben, was natürlich völliger Unsinn ist.“

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Über eine umfassende Impfpflicht gegen Covid-19 wird der Bundestag vermutlich 2022 entscheiden. Der Fraktionszwang soll dabei aufgehoben werden. Unter anderen hatte sich Bundeskanzler Olaf Scholz für eine Impfpflicht ausgesprochen, aber auch FDP-Parteichef Christian Lindner tendiert in diese Richtung.

FDP-Abgeordnete legen Antrag gegen Impfpflicht vor

Kubicki und weitere Abgeordnete der FDP hatten sich hingegen zuletzt in dem Entwurf für einen Antrag gegen eine solche allgemeine Pflicht ausgesprochen. Mittlerweile seien schon mehr als 30 Parlamentarier beteiligt, sagte Kubicki in dem Gespräch.

„Ich bin gegen eine allgemeine Impfpflicht, weil es meinem Menschenbild widerspricht – und weil wir mittlerweile die Gewissheit haben, dass auch Geimpfte ansteckend sind“, so der als meinungsstark bekannte FDP-Politiker. „Für mich wäre 1G der bessere Weg – also dass wirklich alle, die beispielsweise in ein Krankenhaus oder ein Pflegeheim kommen, getestet sein müssen.“

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Mit Blick auf die Äußerungen seines Parteichefs Lindner sagte Kubicki: „Das schmerzt mich gar nicht. Weil ich glaube, dass das eine individuelle Entscheidung ist und Christian Lindner und ich bei gleicher Datenlage auch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können.“

Kubicki befürwortet Impfpflicht in Pflegeheimen und Kliniken

Bereits beschlossen hat das Parlament, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit besonders schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken ab März 2022 nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Kubicki hatte zugestimmt – schon das sei ihm extrem schwergefallen, sagte er. Jetzt sei für ihn aber „die Grenze des Zumutbaren, was die Impfpflicht angeht, erreicht“.