Die Benzinpreise steigen und es könnte bald noch teurer werden! dpa/Sven Hoppe

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) will den Preis für CO₂-Zertifikate erhöhen, wenn die Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele nicht ausreichen. „Mit dem CO₂-Preis haben wir ein wirkungsvolles Instrument geschaffen, mit dem wir jederzeit nachsteuern können“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur, kurz bevor der Weltklimarat (IPCC) am Montag seinen neuen Bericht vorlegt. „Bei Bedarf müssen wir den Preis weiter anziehen, und dabei die sozialen Auswirkungen abfedern.“

Höherer CO₂-Preis wird an Kunden weitergegeben

Der CO₂-Preis wird auf Emissionen erhoben, die durch die Verbrennung fossiler Energieträger entstehen und damit das Klima belasten. Unternehmen, die Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel auf den Markt bringen, müssen Zertifikate für zurzeit 25 Euro pro Tonne CO₂ erwerben, der bei Verbrennung der Heiz- und Kraftstoffe freigesetzt wird. Das erhöht den Preis von Benzin um etwa sieben Cent pro Liter, von Diesel um etwa acht Cent.

Die Regierung müsse jedes Jahr prüfen, ob Deutschland auf dem richtigen Weg ist, um die Klimaziele zu erreichen, sagte Karliczek. Sie hält auch ein Ende des innerdeutschen Flugverkehrs für möglich, wenn der Personenverkehr, etwa die Bahn, entsprechend ausgebaut werde.

Die Forschung müsse zudem an neuen Technologien arbeiten. „Deutschland wird von dieser Entwicklung profitieren“, sagte die Ministerin. „Deutsche Technologien für den Klimaschutz sollen Exportschlager werden. Ich möchte, dass Deutschland auch zur Herzkammer der Klimaschutztechnologien wird.“

„Klimaneutralität“ in Deutschland bis 2045

Bis 2030 soll der Treibhausgasausstoß in Deutschland um 65 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringert werden, bis 2040 um mindestens 88 Prozent. 2045 will Deutschland „Klimaneutralität“ erreichen.