Eine verbeulte Konservendose gibt es noch in diesem Supermarktregal, ansonsten haben pünktlich zum neuen Lockdown Hamster wieder alles weggeschnappt. Foto: Imago Images

Deutschlands Verbraucher haben ihre Vorräte auch vor dem Teil-Lockdown im November wieder kräftig aufgestockt. Der Absatz von Klopapier und Desinfektionsmitteln sowie von Mehl, Hefe und Zucker stieg in den beiden Kalenderwochen vor den erneuten Beschränkungen stark an, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Die Mengenzuwächse waren demnach aber nicht mehr so stark wie im Frühjahr. „Möglicherweise zeigten somit die Appelle aus Politik und von Wirtschaftsverbänden zumindest teilweise Wirkung“, erklärten die Statistiker.

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Schon in der Woche ab dem 19. Oktober war der Absatz von Toilettenpapier demnach mehr als doppelt so hoch (plus 139 Prozent) wie im Durchschnitt der Vorkrisenmonate August 2019 bis Januar 2020. In der Folgewoche vom 26. bis 31. Oktober wurde 84 Prozent mehr Klopapier als in der Vorkrisenzeit verkauft. Der Absatz von Desinfektionsmitteln erreichte in der letzten Oktoberwoche mehr als das Doppelte des Durchschnitts vor der Corona-Krise.

In dieser Woche kauften die Verbraucher auch deutlich mehr Mehl (plus 101 Prozent), Hefe (plus 74 Prozent) und Zucker (plus 63 Prozent). Diese Anstiege erreichten aber nicht die starken Zuwächse aus der Zeit rund um den ersten Lockdown, wie die Statistiker mitteilten. Beim Desinfektionsmittel etwa hatte sich der Absatz damals zeitweise mehr als verachtfacht.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht keinen Anlass für Sorgen vor neuen Versorgungsengpässen in der Corona-Pandemie. Im Frühjahr seien „Lieferschwierigkeiten dadurch entstanden, dass Lastwagen an der Grenze im Stau standen oder Regale im Supermarkt durch Hamsterkäufe leergeräumt wurden“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ich bin davon überzeugt, dass wir auch hier viel aus der ersten Welle der Pandemie gelernt haben und keine Wiederholung erleben werden.“

Das gilt nach seinen Worten auch für Mund-Nasen-Bedeckungen. Er gehe davon aus, „dass genügend Masken zu jedem Zeitpunkt vorhanden sein werden“, sagte Altmaier. Das Ziel, zehn Milliarden Masken im Jahr herzustellen, „werden wir erreichen“. Die Produktion von Filtervlies sei „herausragend gesteigert“ worden.