Christian Drosten ist nicht wirklich entspannt, obwohl er findet, dass die Impfstoff-Versorgung besser werde als zuletzt gedacht. Foto: imago images/Jens Schicke

Berlin - Die täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland gehen stark zurück - von 13.198 auf 9705 binnen einer Woche. Aber gleichzeitig blieb die Zahl der Covid-19-Toten mit 975 praktisch gleich, und weltweit breiten sich aggressive Virus-Mutationen aus, bei denen Impfstoffe teilweise weniger wirken. Deshalb warnen der Charité-Virologe Christian Drosten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor schnellen Lockerungen.   

„Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten“, sagte Drosten. Bei einer zu schnellen Lockerung könne das Virus die dann noch nicht geimpften 23 Millionen 40- bis 60-Jährigen mit schweren Krankheitsverläufen befallen. Ein Argument, das im Zusammenhang mit inzwischen massenhaften Meldungen über schwere, langanhaltende Nachwirkungen der Infektion auf Lunge, Herz und Gehirn besonderes Gewicht erhält.

Lesen Sie auch: Angela Merkel zur Impfstoff-Lage >>

Merkel bat im Fernseh-Interview, die Menschen sollten „noch eine Weile durchhalten“. Zwar sei die Sieben-Tage-Inzidenz auf 83 Ansteckungen pro hunderttausend Einwohner gefallen („Das ist eine gute Leistung“), aber das reiche nicht: Erst bei einer Inzidenz von 50 oder weniger könnten die Gesundheitsämter die Ansteckungswege wieder nachverfolgen.

Am kommenden Mittwoch wird Merkel wieder mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer konferieren. Mit ihrer Haltung gegen ein schnelles Zurückfahren des Lockdowns hat sie den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) an ihrer Seite, den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz.