Richard Branson ist mit der „Unity“ ins All gestartet. AP/Andres Leighton, AFP/Patrick T. Fallon

Er hat den Wettlauf der Milliardäre ins All gewonnen! Als erster Weltraum-Tourist ist der Unternehmer und Abenteurer Richard Branson (Virgin Galactic) ins All gestartet. Der Brite kommt mit der Aktion Amazon-Chef Jeff Bezos neun Tage zuvor.

Die „VSS Unity“ stieg am Sonntag Bransons Firma Virgin Galactic zufolge nach dem Start im US-Bundesstaat New Mexico auf eine Höhe von mehr als 80 Kilometern. Nach wenigen Minuten, in denen die Astronauten Schwerelosigkeit erfuhren, setzte das Raumschiff zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an und landete schließlich wieder auf dem kommerziellen Weltraumbahnhof Spaceport America. Branson gratulierte noch im Landeanflug seiner Firma und nannte die Erfahrung „wunderschön“.

Doch es lief längst nicht alles glatt! Der 70-jährige Branson musste sich nämlich etwas länger gedulden als geplant: Wegen eines Gewitters musste der Start des Unternehmers, zweier Astronautinnen und dreier Astronauten vom Weltraumbahnhof Spaceport America (US-Bundesstaat New Mexico) verschoben werden.

Auf dem Testflug seines Raumfahrtunternehmens Virgin Galactic setzte das Mutterflugzeug das Raumschiff „VSS Unity“ in etwa 15 Kilometern Höhe ab. Danach beschleunigte das Raumschiff mit eigenem Antrieb auf mehr als die dreifache Schallgeschwindigkeit (Mehr als 3500 Stundenkilometer) und stieg in eine Höhe von rund 80 Kilometern auf. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der Himmel sich von blau zu schwarz färbte, als Branson und seine Crew die Atmosphäre verließen. Um 17.39 Uhr landete Branson wieder.

Schon vor dem Start ließ sich Richard Branson von seinen Anhängern feiern.  dpa/Andres Leighton

Das 18 Meter lange „VSS Unity“-Raumflugzeug bietet zwei Piloten und sechs Passagieren Platz, ab 2022 soll es Touristen ins All bringen. Branson steht damit in Konkurrenz zum Tesla-Chef Elon Musk und dem privaten Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der reichste Mensch der Welt will seinerseits am 20. Juli in den Weltraum fliegen – als Passagier des ersten bemannten Flugs von Blue Origin.

Mit Musk posierte Branson noch am Sonntagmorgen auf einem Twitterfoto und schrieb: „Ein großer Tag liegt vor uns. Toll, um den Morgen mit einem Freund zu beginnen. Ich fühle mich gut, aufgeregt, bereit.“ 

Der Ablauf der Weltraum-Mission von Richard Branson. dpa-infografik

Unter Experten ist es jedoch strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung. So haben auch Soldaten der US Air Force die Bezeichnung Astronaut erhalten, obwohl sie nur in eine Höhe von 50 Meilen (80,5 Kilometer) geflogen waren. Zum Vergleich: Die internationale Raumstation ISS befindet sich etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche.