Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery. Imago/Michael Gottschalk

Vor den Beratungen von Bund und Ländern über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hat Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery die Politik zu mehr Konsequenz im Kampf gegen die Pandemie aufgerufen und sich gegen die Verhängung eines „Lockdown lights“ gewandt. „Ein Lockdown light dient nur der Besänftigung des eigenen schlechten Gewissens und der Betäubung der Bevölkerung“, sagte Montgomery der „Augsburger Allgemeinen“.

Weltärztepräsident Montgomery kritisiert die Politik

„Die Politik macht immer wieder dieselben Fehler“, beklagte Montgomery. Zwar sei nicht immer ein bundesweiter Lockdown angemessen; auch harte regionale Einschränkungen könnten sinnvoll sein. „Aber, wo dann Lockdown draufsteht, muss auch Lockdown drin sein. Halbherzigkeit hatten wir nun wirklich genug.“

Laut einer Beschlussvorlage wollen die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videokonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an diesem Dienstag Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene beschließen, um die Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus zu bremsen.

Bundeskanzler Olaf Scholz wird mit den Ministerpräsidenten der Länder Kontaktbeschränkungen beschließen. Imago/Sven Simon

Demnach sollen sich Innenräumen und Außenbereichen ab dem 28. Dezember bei privaten Zusammenkünften maximal zehn Geimpfte und Genesene treffen dürfen. Bundesweit sollen laut der Beschlussvorlage zudem Clubs und Diskotheken schließen.

Lesen Sie auch: Vorbild mit 18! BVB-Profi Jude Bellingham wirbt im britischen Fernsehen für die Corona-Impfung >>

Bereits in den vergangenen Corona-Wellen hatte die Politik stets einen konsequenten Lockdown vermieden. Oftmals war es darauf hinausgelaufen, dass private Kontakte weitgehend eingeschränkt wurden, während die allermeisten Menschen jeden Tag zur Arbeit und sich dort einem Gesundheitsrisiko für sich und ihre Familie aussetzen mussten.