Weihnachtsgeld ist ein schöner Bonus für jeden Arbeitnehmer. Doch nicht jeder Chef zahlt ihn.
Weihnachtsgeld ist ein schöner Bonus für jeden Arbeitnehmer. Doch nicht jeder Chef zahlt ihn. dpa/Silvia Marks

Man hat das ganze Jahr geschuftet, Überstunden gemacht, war immer da, wenn die Firma einen in Notfällen brauchte. Da freut sich doch jeder Arbeitnehmer, wenn zum Weihnachtsfest ein zusätzlicher Bonus ausgezahlt wird. Doch viele Firmen-Chefs zeigen sich knausrig. Das beliebte Weihnachtsgeld bekommen in diesem Jahr über die Hälfte der Deutschen nicht mehr ausgezahlt.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die das Personalmarketing-Unternehmen Königsteiner Gruppe mit dem Online-Jobbörsenportal stellenanzeigen.de in Auftrag gegeben hatte. Befragt wurden dabei bundesweit 1.016 Beschäftigte.

Demnach bekommen 2022 nur 48 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland das klassische Weihnachtsgeld gezahlt. Das sind sechs Prozent weniger als noch im vergangenen Jahr.

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Einen zusätzlichen Jahresbonus neben der Weihnachtsgratifikation erhalten 20 Prozent der Befragten. Insgesamt geben 27 Prozent in der Umfrage an, eine Bonuszahlung von ihrem Arbeitgeber einzustreichen. Allerdings ist hier der Anteil der männlichen Bonusempfänger besonders hoch. 32 Prozent aller Männer erhalten eigenen Angaben zufolge einen Jahresbonus zum Ende des Kalenderjahres, während der Anteil bei den weiblichen Beschäftigten hier bei nur 22 Prozent liegt.

Steigende Energiekosten – zahlen deshalb in diesem Jahr nicht so viele Chefs das Weihnachtsgeld an ihre Mitarbeiter aus? Anrecht darauf hat man als Arbeitnehmer jedenfalls nicht. „Zusätzliche Gratifikationen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld sind freiwillige Arbeitgeberleistungen, deren Höhe oder Regelmäßigkeit gesetzlich nicht geregelt sind“, sagt Königsteiner-Geschäftsführer Nils Wagener.

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Oft wird das Weihnachtsgeld  für den Geschenkekauf verwendet.
Oft wird das Weihnachtsgeld  für den Geschenkekauf verwendet. dpa/Frank Rumpenhorst

So wird die Höhe des Weihnachtsgeldes berechnet

Wie hoch das Weihnachtsgeld ausfällt, ist oft im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt. Wie viel gezahlt wird, hängt von einem bestimmten Prozentsatz des Bruttomonatsgehalts und der Betriebszugehörigkeit ab. Wenn Weihnachtsgeld gezahlt wird, muss man mindestens seit sechs Monaten im Unternehmen beschäftigt sein.

Eine Staffelung kann so aussehen: Nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit beträgt das Weihnachtsgeld 25 Prozent des Brutto-Monatsgehalts, nach zwölf Monaten 35 Prozent, nach 24 Monaten 45 Prozent und nach 36 Monaten 55 Prozent.

Jeder Fünfte würde kündigen, wenn das Weihnachtgeld nicht kommt

Aber seit Jahren verabschieden sich Unternehmen von der Weihnachtsgeld-Tradition. Jeder vierte Befragte gab in der Umfrage an, noch nie eine derartige Vergütung erhalten zu haben. Für 20 Prozent ist fehlendes Weihnachtsgeld sogar ein möglicher Grund, das Unternehmen zu wechseln.

Laut der Umfrage würden vor allem jüngere Mitarbeitende überdurchschnittlich dazu neigen, sich in einem solchen Fall auf dem Arbeitgebermarkt umzuschauen. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die entsprechende Quote bei 25 Prozent, bei Beschäftigten ab 40 sinkt die Quote auf nur noch 16 Prozent.

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Etwas geringer fällt die Wechselneigung aus, wenn ein Jahresbonus auf dem Dezember-Lohnzettel fehlt. Insgesamt ist das für 15 Prozent der Befragten ein Grund, ihren aktuellen Arbeitgeber auf den Prüfstand zu stellen. Aber auch hier liegen die Zahlen bei den jüngeren Beschäftigten etwas höher, bei den 18- bis 29-Jährigen geben das 21 Prozent an.

„In einem Arbeitsmarkt, in dem die Bewerbenden im Vergleich zu den Arbeitgebern in der stärkeren Position sind, zählt jede Arbeitgeberleistung. Zusätzliche Lohnleistungen können in diesem Kontext besonders überzeugend wirken“, so Peter Langbauer, Geschäftsführer von stellenanzeigen.de.