Die Jacht „Dilbar“, die dem russischen Milliardär Alischer Usmanow gehören soll, liegt in Dock 17 der Schiffswerft Blohm+Voss im Hamburger Hafen. imago

Russische Oligarchen und Putin-Freunde in Panik: Deutsche Behörden haben jetzt einem der reichsten Geschäftsleute die offenbar größte Jacht der Welt abgenommen – als Sanktion für Russlands Krieg in der Ukraine. Der bisherige Besitzer Alischer Usmanow ist einer der engsten Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Aufgrund der Ukraine-Invasion hatten die EU, die USA und weitere Staaten Politiker, Geschäftsleute und Unternehmen aus Russland auf die Sanktionsliste gesetzt.

Nun ist Alischer Usmanow die sage und schreibe 540 Millionen Euro teure Jacht los. 156 Meter lang, 16.000 Tonnen schwer, liegt das Prestigeobjekt derzeit in der Werft von Blohm+Voss im Hamburger Hafen. Seit Oktober ist die Mega-Jacht eingerüstet und wird repariert.

Oligarchen-Jacht mit Swimmingpool, Sauna, Schönheitssalon, Hubschrauberlandeplätzen

Doch die Reparaturen sind gestoppt, Arbeiter dürfen das Schiff nicht mehr betreten. Auch die 96 Mann starke Crew wird die Jacht vorerst nicht von innen sehen. Wer die Jacht jemals betreten hat, wird nicht schlecht gestaunt haben: Sie verfügt über einen üppigen Swimmingpool, eine Sauna, einen kompletten Schönheitssalon, sogar mehrere Landeplätze für Hubschrauber sind vorhanden.

Der Reichtum von Usmanow wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Er gehörte zu den ersten Investoren von Facebook, wurde reich mit seinem Stahlkonzern Metalloinvest, investierte in die Elektronikindustrie, besitzt zahlreiche Immobilien in England, deren Wert auf 280 Millionen Euro geschätzt wird, neben Luxus-Objekten in München, Mailand und Lausanne. Doch nun ist erst einmal Schluss mit dem Luxusleben, denn seit Montag greifen die Sanktionen gegen Usmanow und viele weitere russische Superreiche.

dpa/Mikhail Klimentyev
Der russische Oligarch Alischer Usmanow (r.) zusammen mit Russlands Präsident Wladimir Putin (Mitte) bei einem Geschäftstermin.

Sanktionen wegen Ukraine-Invasion: Putin-Freund Usmanow fühlt sich „unfair“ behandelt

Usmanow hat sein Amt als Präsident des Fecht-Weltverbandes (FIE) bis auf Weiteres niedergelegt. Der 68-Jährige, ein Vertrauter von Wladimir Putin, gab seinen Rückzug am Dienstag auf der Verbandshomepage bekannt.

Usmanow, früher Anteilseigner beim FC Arsenal, nannte die Sanktionen wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine „unfair“, er sprach von „falschen und diffamierenden Anschuldigungen“, die seine Ehre, Würde und berufliche Reputation zerstörten. Der Oligarch und Leiter der Holding USM werde gegen die Sanktionen juristisch vorgehen und bis dahin sein Amt ruhen lassen. Usmanow sponsert das Trainingsgelände des FC Everton und besitzt eine Option auf die Namensrechte am Stadion, das 2025 eröffnet werden soll. Der englische Erstligist setzt jedoch mit sofortiger Wirkung seine Sponsoring-Vereinbarungen mit Usmanows Unternehmen aus.