Steht das gemeinsame Weihnachtsfest im Familienkreis auf dem Spiel? imago stock&people

Nicht nur Ungeimpfte müssen sich auf massive Einschränkungen einstellen. Auch die Kontakte von Geimpften könnten ausgerechnet jetzt in der Vorweihnachtszeit stark eingeschränkt werden. Die Länder hatten sich bereits darauf verständigt, dass sich Ungeimpfte außer mit den Angehörigen des eigenen Haushalts lediglich mit einer weiteren ungeimpften Person treffen dürften. Doch Experten zweifeln, ob das ausreicht: Denn die derzeit um sich greifende Omikron-Variante trifft auch Geimpfte und Genesene. Müssen die Kontaktbeschränkungen also auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet werden?

Zusätzliche Einschränkungen für Geimpfte könnten notwendig werden

In drei Wochen starten die Weihnachts-Feiertage. Könnten also Familienangehörige zum für viele wichtigsten Fest des Jahres nicht mehr zusammenkommen, selbst wenn sie geimpft sind? Der Vorstoß kommt von der Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx. Sie hält zur Eindämmung der vierten Welle der Corona-Pandemie womöglich auch stärkere Einschränkungen für Geimpfte für notwendig. Die Frage sei, ob Beschränkungen nur für Ungeimpfte ausreichen oder ob „zumindest in den am schlimmsten betroffenen Regionen zusätzlich auch Einschränkungen für Geimpfte notwendig werden“, sagte Buyx der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Mittwoch. Sie verwies dabei auch auf Risiken durch die neue Omikron-Variante.

Unerlässlich seien auf jeden Fall zusätzliche Maßnahmen für Ungeimpfte. „Angesichts der regional bereits eingetretenen Überlastung des Gesundheitswesens, mit schwerstkranken Patienten, die von der Luftwaffe quer durch Deutschland geflogen werden, sind stärkere Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Menschen, so wie sie in verschiedenen Bundesländern bereits eingeführt wurden, aus ethischer Perspektive klar zulässig“, sagte Buyx. Es sei klar, dass ungeimpfte Menschen eindeutig mehr zur Verbreitung des Virus beitragen, deutlich häufiger erkranken und häufiger intensivmedizinische Behandlung brauchen würden.

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WHO rät älteren Menschen ohne Impfschutz wegen Omikron-Variante zu Reiseverzicht

Nach dem Auftreten der neuen Omikron-Variante des Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle Risikopatienten und älteren Menschen ohne Impfschutz aufgerufen, ihre Reiseaktivitäten anzupassen. Menschen ab 60 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Krebs, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, sollten Reisen in Länder und Regionen, in denen lokale Übertragungen der neuen Corona-Variante nachgewiesen wurden, verschieben, erklärte die WHO am Dienstag in Genf.

Allgemeine Reiseverbote, wie sie von zahlreichen Ländern verhängt wurden, wertete die WHO kritisch. Diese Verbote könnten die Ausbreitung der derzeit grassierenden Omikron-Variante des Corona-Virus „nicht verhindern“. Zudem könnten sie sich negativ auf die künftige Bereitschaft der Staaten auswirken, die entscheidenden Gesundheitsdaten zu neu auftretenden Varianten zu übermitteln.