Ein Kunde steht vor einem Supermarktregal: Verkürzen Lebensmittelgeschäfte bald ihre Öffnungszeiten?
Ein Kunde steht vor einem Supermarktregal: Verkürzen Lebensmittelgeschäfte bald ihre Öffnungszeiten? dpa

Verkürzte Öffnungszeiten in Supermärkten und Discountern sind nichts Neues: Viele haben schon die Einschränkungen im Lockdown vergessen, die auch Lebensmittelläden zwangen, um 20 Uhr die Ladentür dichtzumachen. Seitdem die Einschränkungen aufgehoben sind, öffnen viele Supermärkte und Discounter bis tief in die Nacht: Lidl-Filialen in Berlin sind bis 21 oder gar 22 Uhr geöffnet, der Konkurrent Penny macht den Einkauf teils bis 22 oder sogar 23 Uhr Uhr möglich. 

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Verkürzte Öffnungszeiten würden auch „das Berufsbild im Einzelhandel wieder attraktiver machen“

Doch nun ist eine heiße Diskussion um mögliche Einschränkungen der Ladenöffnungszeiten entbrannt. Angestoßen hat sie der Geschäftsführer der Supermarktkette Tegut, Thomas Gutberlet, deren Filialen vor allen in Süddeutschland angesiedelt sind. In der Lebensmittelzeitung forderte Gutberlet, die Öffnungszeiten als Reaktion auf die Energiekrise zu verkürzen. „Kurzfristig würde eine Reduzierung helfen, Energie zu sparen.“ Im Sinn hat der Tegut-Manager aber noch einen zweiten Grund: „Langfristig würde es das Berufsbild im Einzelhandel wieder attraktiver machen.“

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Im Nachbarland Österreich reagieren Geschäfte drastisch auf die massiv gestiegenen Energiepreise: Ein Einkaufszentrum in Graz schließt bereits um 18 Uhr, die dortige Ikea-Filiale hatte Öffnungszeiten bereits seit der Pandemie auf 9.30 Uhr bis 20 Uhr verkürzt, das bleibe auch so, heißt es. Das wichtigste Kaufhaus der Stadt, Kastner & Öhler, schließt nun bereits um 18.30 Uhr.

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Online-User würden kürzere Öffnungszeiten begrüßen, doch die Kunden shoppen auch früh und spät

In Deutschland stellt sich Discounter Aldi der Diskussion, hatte aber schon vor einiger Zeit verhalten auf die Ausweitung der Öffnungszeiten reagiert: Bundesweit schließen viele Filialen bereits um 20 Uhr. „Längere Öffnungszeiten bis 21 Uhr bieten wir nur in den Filialen an, in denen der Bedarf seitens der Verbraucher besteht“, heißt es. Tatsächlich gibt es in der Hauptstadt sogar einige besonders frequentierte Filialen, die auch bis 22 Uhr öffnen.

In den sozialen Medien geben viele Nutzer an, sie würden ohnehin nur bis 20 Uhr shoppen und verkürzte Öffnungszeiten begrüßen.

In der Praxis fällt vielen um 21 Uhr noch ein, welche Lebensmittel sie unbedingt noch einkaufen wollen – und danach richten sich die Öffnungszeiten. Auch morgens werden die Märkte von Frühaufstehen ab 7 Uhr besucht, nach deren Bedarf sich die Geschäfte richten.

Klar positioniert sich jetzt die Kette Kaufland, die zum Lidl-Konzern gehört. Deren Filialen haben grundsätzlich ausgedehnte Öffnungszeiten zwischen 7 und 22 Uhr. Die langen Öffnungszeiten kämen „insbesondere den Berufstätigen entgegen“, heißt des. Eine Verkürzung der Öffnungszeiten sei „aktuell nicht geplant“.

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Der Konzern verweist auf andere Maßnahmen zur Energieeinsparung. Ähnlich argumentiert Aldi: Auf Anfrage des Portals Echo24.de verwies das Unternehmen darauf, dass beispielsweise die Temperatur in den Filialen abgesenkt wurde.