Kein Tourismus, schrumpfende Wirtschaft: Urlaubsländer wie Spanien sind besonders hart von der Corona-Krise betroffen. Foto: picture alliance

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft in Europa in voller Fahrt getroffen – und komplett ausgebremst. Die EU-Kommission spricht von einem „Schock“, der  so heftig sei nie zuvor seit der großen Depression in den 30er-Jahren. Die Wirtschaft der Eurozone wird laut EU-Frühjahrsprognose um 7,7 Prozent schrumpfen. Aber das ist nur die Zahl für dieses Jahr. Auch 2021 werde die Krise noch spürbar bleiben.

EU-Kommissar Paolo Gentiloni fand bei der Vorstellung des neuen Berichts deutliche Worte. „Es ist nun ganz klar, dass die EU in die tiefste wirtschaftliche Rezession ihrer Geschichte eingetreten ist“, sagte er. Der Pandemie-Schock treffe zwar alle EU-Staaten, aber das Minus bei der Wirtschaftsleistung sei unterschiedlich – von rund vier Prozent in Polen bis zu knapp zehn Prozent in Griechenland.

Deutschland macht Minus

Deutschland werde mit einem Minus von 6,5 Prozent etwas weniger schwer getroffen als Frankreich und Italien, so EU-Kommissar Gentiloni. Die Unterschiede hängen laut Bericht von mehreren Einflussgrößen ab: Wie schnell lockert ein Land die Corona-Bestimmungen für die Wirtschaft? Wie groß ist die Bedeutung des Tourismus für das jeweilige Land? Gibt es Finanz-Spielräume im Haushalt?

Daraus leitet die EU-Kommission ab, dass Spanien, Italien, Griechenland und Kroatien besonders zu leiden haben. Für sie wird mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um jeweils mehr als neun Prozent gerechnet. Auch Frankreich ist mit einem Minus von 8,2 Prozent hart getroffen. Am widerstandsfähigsten sind  die Volkswirtschaften Luxemburgs und Österreichs mit einem Rückgang von jeweils rund 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung.

„Diese Unterschiede sind eine Bedrohung für den Binnenmarkt und die Währungsunion“, warnte Gentiloni. Nun sei ein entschlossenes, gemeinsames Handeln in Europa gefragt.

Arbeitslosigkeit steigt

Die Arbeitslosenrate in der Eurozone wird laut Prognose von 7,5 Prozent 2019 auf rund 9,5 Prozent in diesem Jahr steigen. Für die gesamte Europäische Union, einschließlich der Länder ohne Euro, erwartet man einen Anstieg auf etwa 9 Prozent. Vor allem junge Leute würden es nun viel schwerer haben, einen ersten Job zu finden, erklärte die Kommission. (mit dpa, AFP)