Eine Frau spendet Blut – nur 3 Prozent der Deutschen tun dies regelmäßig.  Foto: Thomas Frey/dpa

Zu Pfingsten schrumpften die Blutreserven in Berlin und Brandenburg auf eine Menge für ein bis zwei Tage zusammen. Spenden sind knapp, daher bittet das Deutsche Rote Kreuz zum Weltblutspendertag am Sonntag, 14. Juni, um Mithilfe. Im Schnitt spenden nur drei Prozent der Bundesbürger Blut. Es fehle an Bereitschaft und Motivation, beklagt Hubert Schrezenmeier von der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie.

Sollen Spender 25 Euro gezahlt bekommen?

Das DRK setzt auf freiwillige Spender. Doch Georg Marckmann, Professor für Medizinethik an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, bezweifelt, dass diese Strategie auf Dauer aufgeht. „Es wäre durchaus angemessen, die wertvolle Ressource Blut mit einer Aufwandsentschädigung zu vergüten“, so Marckmann. Er hält rund 25 Euro für angemessen.

Blut von Corona-Genesenen enthält Antikörper

Blutspenden helfen, bei der Versorgung von Verletzten Leben zu retten oder das von Patienten mit bösartigen Erkrankungen zu verlängern. Auch in der Corona-Pandemie könnte Blut eine wichtige Rolle spielen: Bei Genesenen finden sich Antikörper gegen das Virus. Und anhand der Menge verschiedener Proteine im Blutplasma könnte der Verlauf einer Covid-19-Erkrankung vorhersehbar sein.

Am 14. Juni ist Weltblutspendertag. Der Bedarf an Konserven bleibt konstant – alle sieben Sekunden benötigt ein Patient in Deutschland eine Bluttransfusion. Foto: Imago Images/A. Friedrichs

Dass jetzt vermehrt Engpässe bei den Blutvorräten auftreten, hat ebenfalls mit der Pandemie zu tun. Da viele Kliniken jetzt verschobene Operationen nachholen, seien mehr Spenden nötig, sagt DRK-Sprecher Patric Nohe. Auch die Haltbarkeit der Blutpräparate spielt eine Rolle. Sie beträgt nur 42 Tage, auch deshalb sind regelmäßige Spenden nötig.