Eine Seniorin zählt Geldscheine (Symbolfoto).  Foto: imago images/Jan Tepass

Die Grundrente soll ab 2021 die Altersversorgung von 1,3 Millionen Menschen aufbessern. Die Regierung  will erreichen, dass Senioren, die ihr Leben lang gearbeitet haben, eine Rente deutlich über Hartz-Niveau bekommen. Am Freitag wurde im Bundestag heftig über den Plan gestritten. Doch Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will ihn durchpauken.

Wer soll die Grundrente erhalten? Sie ist gedacht für Geringverdiener mit mehr als drei Jahrzehnten Berufstätigkeit. Konkret: Minirenten sollen ab 33 Jahren mit Rentenbeiträgen aus Arbeit, Erziehung oder Pflege um einen Zuschlag erhöht werden. Dieser Mehrbetrag soll zunächst gestaffelt werden, erreicht bei 35 Beitragsjahren die volle Höhe.

Wie wird die Höhe errechnet? Wer über die Jahre weniger als 80 Prozent des Durchschnittseinkommens verdient und damit im Schnitt weniger als 0,8 Rentenpunkte pro Jahr gesammelt hat, erhält nach einer komplizierten Formel eine Aufwertung seiner Rentenansprüche. Aber es gibt auch eine Untergrenze: Man muss im Schnitt wenigstens 0,3 Punkte erreicht haben. Als Beispiel für die Grundrenten-Berechnung nennt das Arbeitsministerium eine Friseurin, die 40 Jahre auf dem Niveau von 40 Prozent des Durchschnittslohns gearbeitet hat. Sie komme derzeit auf eine monatliche Rente von 528,80 Euro. Mit Grundrente seien es 933,66 Euro.

Wie viel Grundrente gibt es maximal? Ein Geringverdiener mit 35 Jahren an sogenannten „Grundrentenzeiten“ kann unter bestimmten Bedingungen einen Zuschlag von bis zu 404,86 Euro erreichen.

Welches Einkommen wird angerechnet? Bei Alleinstehenden wird Einkommen unter 1250 Euro nicht angerechnet, bei Paaren sind es 1950 Euro. Höhere Einkommen werden zu 60 Prozent auf die Grundrente angerechnet. Erst bei über 1600 Euro beziehungsweise 2300 Euro wird das Einkommen ganz angerechnet.

Müssen Geringverdiener die Grundrente beantragen? Nein. Wer Anspruch hat, soll durch einen automatischen Datenabgleich mit den Finanzämtern ermittelt werden. (mit AFP, dpa)