Ein Strand bei Porec – für Kroatien-Fans wird der Urlaub im kommenden Jahr erheblich einfacher.
Ein Strand bei Porec – für Kroatien-Fans wird der Urlaub im kommenden Jahr erheblich einfacher. imago/Sven Simon

Weniger Staus bei der Einreise und kein lästiges Geldtauschen mehr – für Kroatien-Urlauber ändert sich zum 1. Januar einiges:

Wegfall der Passkontrollen

Wer mit dem Auto nach Kroatien fährt, dürfte die Neuerung schon bei der Einreise spüren: Mit dem Beitritt des Landes zum Schengen-Raum fallen die Grenzkontrollen ab dem 1. Januar weg. Davon profitieren Urlauber, die sich bisher über kilometerlangen Staus an den Grenzübergängen von Slowenien oder Ungarn ärgerten.

Für Fluggäste fallen Passkontrollen erst im März

An den kroatischen Flughäfen fallen die Passkontrollen nach Angaben der Grenzpolizei aus technischen Gründen erst ab dem 26. März weg. Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass müssen Touristen dennoch mit sich führen.

Die Beliebtheit des Landes mit der langen Adriaküste und den vielen malerischen Buchten und Inseln wächst vor allem bei deutschen Urlaubern: In der Zeit von Januar bis November 2022 verbrachten schon 3,4 Millionen Deutsche ihre Ferien in Kroatien, nach 2,9 Millionen Deutschen im letzten Jahr vor der Corona-Pandemie 2019.

Ab Januar gehören dem Schengen-Raum ohne Personen- und Warenkontrollen 27 europäische Länder an. Darunter sind mit Kroatien dann 23 EU-Länder und vier Partnerstaaten: die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.

Euro wird Währung: Kommt damit auch der „Teuro“?

Die zweite Neuerung: Der Euro ist ab Januar offizielles Zahlungsmittel in Kroatien. Reisende müssen ihr Geld damit nicht mehr in die Landeswährung Kuna umtauschen.

Wer von früheren Reisen noch Kuna übrig hat, kann diese in Banken oder Wechselstuben zum Kurs von 7,5345 Kuna für einen Euro umtauschen. Darauf hatten sich die EU-Finanzminister Mitte Juli geeinigt, als sie den Euro-Beitritt Kroatiens besiegelten.

Mit Kroatien gehören insgesamt 20 EU-Länder der Eurozone an. Weiter Geld in die jeweilige Landeswährung tauschen müssen Reisende dagegen in Dänemark, Schweden, Bulgarien, Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn.

Hoteliers und Gastwirte wollen aufrunden

Der Eintritt Kroatiens in die Eurozone werde Kroatiens Wirtschaft und „auch den Euro stärken“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU). In einzelnen Fällen könne es allerdings zu einem einmaligen „Teuro“-Effekt kommen, sollten Gastwirte oder Hoteliers Preise nach oben aufrunden, warnen kroatische Kritiker der Gemeinschaftswährung.

Viele neue kroatische Euro-Münzen zeigen das Bild des Wissenschaftlers Nikola Tesla.
Viele neue kroatische Euro-Münzen zeigen das Bild des Wissenschaftlers Nikola Tesla. dpa/Armin Durgut

Steigt mit dem Euro die Inflation in Kroatien?

Die Einmalwirkung auf die Inflationsrate durch die Euro-Einführung bezifferte EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis aufgrund früherer Erfahrungen auf 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte. Dabei lag die Teuerungsrate mit 13,5 Prozent im November in Kroatien ohnehin schon etwas über dem EU-Schnitt von 10,1 Prozent.

Die Beliebtheit der Euro-Einführung hält sich unter den Kroaten deshalb in Grenzen. Nach einer Umfrage vom April sind 55 Prozent der Bürger für den Euro, 42 Prozent lehnen ihn ab. Die Regierung von Ministerpräsident Andrej Plenkovic verzichtet deshalb auch auf große Feierlichkeiten zum 1. Januar, allerdings kommt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Neujahrstag zum slowenisch-kroatischen Grenzübergang Obrezje–Bregana.

Freizügigkeit gilt bisher schon

Kroatien gehört seit 2013 der Europäischen Union an. Seitdem genießen alle Unionsbürgerinnen und Bürger dort Freizügigkeit. Das heißt, sie können in dem Adria-Land arbeiten oder studieren und haben ähnliche Rechte wie die knapp vier Millionen kroatischen Staatsangehörigen.