Christine Lambrecht (SPD) kann sich vorstellen, künftig wieder als Anwältin zu arbeiten. Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin - Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat ihre Entscheidung, nicht erneut für den Bundestag zu kandidieren, mit persönlichen Gründen erklärt. „22 Jahre Bundestag bedeuten 22 Jahre zweiter Wohnsitz, 22 Jahre aus dem Koffer leben“, sagte sie dem Spiegel. Ihre Entscheidung habe allein persönliche Gründe.

„Ich bin in einem Alter, wo man noch etwas Neues beginnen kann“, sagte die 55-Jährige. Sie könne sich gut vorstellen, wieder in ihrem Traumberuf zu arbeiten. Sie sei „Anwältin aus Überzeugung“. Dass Lambrecht bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht mehr antreten wird, hatte Anfang September die SPD in ihrem Wahlkreis Bergstraße in Südhessen mitgeteilt.

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Lambrecht trat 1982 in die SPD ein. 1998 zog sie zum ersten Mal als Mitglied des Arbeitskreises zur Umsetzung des Atomausstiegs in den Bundestag ein. Im Juni letzten Jahres wurde sie als Bundesjustizministerin vereidigt.

Dazu, dass Frauen seltener bei Wahlen kandidieren, sagte die SPD-Politikerin: „Eine Funktion, in die man gewählt wird, bedeutet eine kontinuierliche Belastung“. Frauen seien eher reflektiert in Bezug auf die Entscheidung, was sie sich zumuten und zutrauen. „Das finde ich positiv. Es gibt genug Männer, die nach jeder Wurst schnappen und die Dinge dann nicht zu Ende bringen“.