Armin Laschet (CDU), damaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und CDU-Kanzlerkandidat  lacht am 17. Juli in Erftstadt - während Bundespräsident Steinmeier über die Flutkatastrophe spricht.   dpa/Marius Becker 

Der damalige CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat bei seinem Besuch zusammen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Juli in den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen offenbar über Scherze mit einem Parteikollegen gelacht. Das berichteten der Kölner Stadtanzeiger und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstag unter Verweis auf Angaben von Umstehenden. Die Veröffentlichung der Aufnahmen des herzhaft lachenden Kanzlerkandidaten im Krisengebiet gilt als Wendepunkt im Bundestagswahlkampf.

Es ging um die Begrüßung des Bundespräsidenten

Wie Stadtanzeiger und RND berichteten, hatte Laschet den neben ihm stehenden Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock (CDU), scherzhaft für dessen Begrüßung des Bundespräsidenten kritisiert: Demnach zog Laschet Rock damit auf, dass er das Staatsoberhaupt nur mit „Herr Steinmeier“ und nicht mit „Herr Bundespräsident“ begrüßt hatte. Rock habe Laschet darauf geantwortet, er sei so überrascht darüber gewesen, dass Steinmeier „auch so klein ist wie Du“.

Dem Bericht zufolge waren sich die beiden CDU-Politiker nicht bewusst, dass sie im Hintergrund einer TV-Übertragung der Ansprache des Bundespräsidenten im schwer von der Flutkatastrophe getroffenen Erftstadt zu sehen waren. Auch sei Steinmeiers Rede für sie akustisch nicht zu verstehen gewesen.

Die Umfragewerte für die CDU brachen damals ein

Laschet, damals Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, war wegen der Aufnahme stark in die Kritik geraten. Sowohl er als auch Rock baten daraufhin rasch um Entschuldigung. Die bis dahin guten Umfragewerte für die Unionsparteien brachen jedoch ein und erholten sich nicht mehr. Die Wahl im September gewann dann die SPD und deren Kandidat Olaf Scholz.