EU-Justizkommissar Didier Reynders mit einem brennbaren Teddy: Spielzeug macht einen großen Teil der gefährlichen Produkte aus. Foto: Stephanie Lecocq/EPA Pool/AP/dpa

Tätowier-Tinte, die Blei enthält. Kosmetika mit Quecksilber. Giftige Weichmacher in Kunststoff-Puppen. Baby-Rasseln, deren Kugeln herausfallen und bei Verschlucken das Kind in Erstickungsgefahr bringen. Brandrisiken bei Autos. Gefahr des Verbrühens an einem Dampfkochtopf: Das europäische Schnellwarnsystem Rapex, das von den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen, Großbritannien, Island und Liechtenstein mit Warnungen vor gefährlichen Produkten gefüttert und in allen anderen EU-Staaten ausgewertet werden kann, hat 2019 rund 2243 Meldungen erhalten. Das bewegt sich im Rahmen der Jahre seit 2012.

Im Bericht für 2019, den die EU-Kommission jetzt vorlegte, wird China mit etwas über 50 Prozent erneut als Haupt-Herkunftsland gefährlicher Waren genannt, was angesichts der vielen Produkte aus China jedoch nicht verwunderlich sei. Allerdings ist der chinesische Anteil seit 2014 um gut zehn Prozent gefallen, während der Anteil aus Europa sich nahezu auf knapp 30 Prozent verdoppelt hat.

29 Prozent der Warnungen bezogen sich auf Spielzeug, 23 Prozent auf Kraftfahrzeuge. Unter zehn Prozent lagen Kleidung, Elektrogeräte und Kosmetika. 27 Prozent der Produkte konnten Verletzungen verursachen, 23 Prozent Vergiftungen und Folgeschäden, 13 Prozent bargen Erstickungsgefahr und 10 Prozent konnten einen elektrischen Schlag verursachen. Zu 16 Prozent tauchten die gefährlichen Güter im Online-Handel auf.

Dieses E-Zigaretten-Liquid musste zurückgerufen werden, weil es unter anderem zu viel Nikotin enthielt und ohne Hinweis-Heft zum sicheren Gebrauch daherkam. Da half auch der Totenkopf auf dem Etikett nicht. Foto: Europäische Union

Aus den 2243 Rapex-Meldungen folgten in den Mitgliedsstaaten 4477 Folgemaßnahmen, darunter zu über vier Fünfteln Rückrufe von Kraftfahrzeugen. Allerdings beklagt die EU, dass eine Umfrage ergab, dass Rückrufe von Autos oder anderen Waren von jedem dritten EU-Bürger ignoriert werden, selbst wenn sie den Rückruf-Hinweis sehen.

Jenseits des Berichts gab Justiz-Kommissar Didier Reynders bekannt, dass im Rahmen der Corona-Krise  bis zum 1. Juli 63 Warnmeldungen vor schlecht funktionierenden Schutzmasken eingingen. 

Wer sich die Meldungen über risikobehaftete Produkte ansehen will: Sie sind hier oder unter der Kurz-URL https://bit.ly/2CfLNM1 auf der Internet-Seite „Safety-Gate“ zu finden.