Die neue Omikron-Variante des Coronavirus hält die Welt in Atem. imago/Alexander Limbach

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus hält die Welt in Atem, in Südafrika und auch schon in Europa ist die neue Variante bereits aufgetaucht. Die WHO stuft Omikron als „besorgniserregend“ ein. In Hongkong wurde die Mutante bei zwei Einreisenden in einem Quarantäne-Hotel festgestellt. Und die Behörden in Hongkong machen einen südafrikanischen Reisenden, der eine wieder verwendbare Corona-Maske mit einem Ventil trug, dafür verantwortlich, die neue Variante des Coronavirus in die Stadt gebracht zu haben. Der Fall zeigt, wie gefährlich die neue Variante für uns alle ist. Denn beide Männer waren vollständig gegen Covid-19 geimpft.

Südafrikaner schleppte Omikron-Variante in Quarantäne-Hotel ein

Gesundheitsbeamte hatten die Kreuzinfektion zwischen zwei Gästen auf derselben Etage des Regal Airport Hotels in Hongkong bestätigt, nachdem beide positiv auf das Virus getestet worden waren. Am 11. November war der 36-jährige Südafrikaner in Hongkong angekommen und begab sich ins Quarantäne-Hotel. Zwei Tage, nachdem er dort Zimmer 5112 auf der fünften Etage bezogen hatte, wurde er positiv auf Corona getestet, kurz darauf kam er ins Krankenhaus.

Ein weiterer Gast (62) aus Kanada, der gegenüber in Zimmer 5111 wohnte, wurde knapp eine Woche später ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet. Bei der Analyse stellten Experten dann in beiden Fällen zahlreiche identische Mutationen des Virus fest. Sie vermuten deshalb, dass ein Gast den anderen angesteckt hat - wahrscheinlich der jüngere Südafrikaner den Älteren. Beide Personen seien vollständig geimpft, teilten die Beamten mit.

Corona-Maske mit Auslassventil schuld an Übertragung der Omikron-Mutante?

Doch wie ist die Kreuzinfektion zu erklären? Berichten zufolge wurde der südafrikanische Reisende im Hotel mehrmals mit einer wiederverwendbaren Corona-Schutzmaske mit einem Auslassventil gesehen. Solche Ventile filtern die Luft nur beim Einatmen, nicht aber beim Ausatmen. Deshalb bezeichnete Yuen Kwok-yung, Hongkongs führender Mikrobiologe, solche Masken mit Ventilen als „egoistisch“, da sie nur den Benutzer schützen.

Manchmal soll der Südafrikaner sogar gar keinen Mund-Nasen-Schutz getragen haben, wenn er seine Zimmertür öffnete.

Denkbar ist, dass das Virus so in den Hotelflur und letztlich auch in das Zimmer des Kanadiers gelangte. In einem Bericht des CHP (Center for Health Protection) ist außerdem von einer „nicht zufriedenstellenden Belüftung“ des Korridors die Rede.

Die neue Variante B.1.1.529 mit der Bezeichnung Omikron weist ungewöhnlich viele Mutationen auf und wurde erstmals in Südafrika nachgewiesen. Abgesehen von den beiden Fällen in Hongkong wurden bisher 100 Fälle in Südafrika und Botswana entdeckt.

Omikron-Variante hat ungewöhnlich viele Mutationen

Ein Grund, warum die neue Variante Experten alarmiert hat, ist, dass sie 32 Mutationen im sogenannten Spike-Protein aufweist – dem Teil des Virus, auf den Impfstoffe abzielen. Im Vergleich dazu hatte die Delta-Variante, die Anfang dieses Jahres zu einem monumentalen Anstieg der Covid-Fälle auf der ganzen Welt führte, 13 bis 17 Mutationen. Die vielen Mutationen der Variante führen dazu, dass sich der Erreger schneller ausbreitet oder die Impfstoffe ihre Schutzwirkung verlieren.

Diese Sorge stützen auch erste Erkenntnisse aus der Omikron-Causa in Hongkong. Beide Männer wiesen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf, ihre PCR-Tests enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. „Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren“, schrieb der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte.