Der Prater-Biergarten ist Berlins ältester Biergarten. Wann er wieder öffnen darf, steht noch nicht fest. Andere Bundesländer sind da schneller.
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Wenn am Mittwoch die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Lockerungen des Corona Shutdowns verhandelt, ist kein einheitliches Vorgehen in Sicht. Streit ist vorprogrammiert. Es droht ein Flickenteppich an Öffnungsterminen.

Sachsen und Sachsen-Anhalt preschen vor. Sie wollen Außengastronomie in ihren Ländern bereits ab 15. Mai beziehungsweise 22. Mai ermöglichen. Schon zu Pfingsten könnten in Sachsen auch die Innenbereiche folgen, sagt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD).

Berlin kritisiert überstürzte Öffnung

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) kritisiert das Vorpreschen. Das Virus mache nicht an Landesgrenzen halt. Müller erhofft sich für die Konferenz mit der Kanzlerin eine klare Haltung zu Lockerungen in allen Ländern. Diese müssten dann für alle gelten. Tatsächlich hofft Müller auch für Berlin auf ein baldiges Öffnen vor allem von Biergärten. Anders als seine Regierungskollegen aus Dresden und Magdeburg will er aber der Konferenz am Mittwoch nichtvorgreifen.

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Auch Wirtschaftssenatorin Ramona Pop(Grüne) setzt auf diesen Termin: „Die Branche braucht eine sichere Öffnungsperspektive.“ Es gebe aus Berlin Vorschläge für eine phasenweise Öffnung unter Bedingungen der Pandemie, die gemeinsam mit der Branche erarbeitet worden seien.

Wirtschaftssenatorin: „Oberste Priorität hat Gesundheitsschutz“

Dazu zählen Abstandsregelungen von 1,5 Metern und Mundschutz für das Personal. Nun müsse die Konferenz entscheiden. Pop: „Wir sind vorbereitet. Gesundheitsschutz bleibt oberste Priorität.“ Realistischerweise gibt es jedoch wenig Hoffnung auf eine schnelle Öffnung – zumindest, wenn sich alle an eine bundeseinheitliche Regelung halten würden. So dämpfte zuletzt selbst Nordrhein Westfalens so forscher Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Hoffnungen auf Öffnung noch im Mai.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wünscht sich für seine Wirtschaft ebenfalls eine mittel bis langfristige Öffnungsperspektive. Im Augenblick sieht er aber noch Vorbehalte bei vielen Politikern. „Weil wir ja auch wissen, dass es gerade auch Gaststätten waren, wo Menschen sich leider mit dem Virus infiziert haben und das dann quer durch Europa verteilt haben.“