Wahlhelfer sortieren die roten Wahlbriefe für die Bundestagswahl 2017. Der Briefwahl-Anteil wächst von Wahl zu Wahl. dpa/Rolf Vennenbernd

Wer am Tag der Bundestagswahl nicht ins Wahllokal gehen kann oder möchte, kann per Brief abstimmen. Der Versand der Briefwahl-Unterlagen beginnt am Montag, dem 16. August 2021. Von Wahl zu Wahl wird die Briefwahl immer beliebter. Zuletzt stimmten bei der Bundestagswahl 2017 mit 13,4 Millionen Wählerinnen und Wähler bereits 28,6 Prozent der Wahlberechtigten per Post ab. Und in diesem Jahr dürfte das Interesse auch wegen der Corona-Pandemie weiter zunehmen. Doch wie funktioniert Briefwahl überhaupt?

Wie erhalte ich meine Wahl-Unterlagen?

Alle Deutschen, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind, erhalten einige Wochen vor dem 26. September eine Wahlbenachrichtigung. Diese enthält etwa Wahltermin, Uhrzeiten und das zuständige Wahllokal. Wer per Briefwahl abstimmen möchte, braucht einen Wahlschein und den Stimmzettel, auf dem später die Kreuze zu machen sind. Ein Antrag dafür liegt der Wahlbenachrichtigung bei. Man kann ihn aber auch per E-Mail stellen. Außerdem ist es möglich, die Unterlagen persönlich bei der Gemeinde abzuholen.

Wann muss ich Briefwahl beantragen?

Der Antrag auf einen Wahlschein sollte so frühzeitig wie möglich gestellt werden. Dazu muss man nicht den Erhalt der Wahlbenachrichtigung abwarten. Ein Wahlschein kann bis spätestens Freitag vor dem Wahltag bis 18 Uhr beantragt werden. Nur in besonderen Ausnahmefällen, wie etwa bei Krankheit, kann ein Wahlschein noch am Wahltag bis 15 Uhr beantragt werden.

Der Versand bzw. die Ausgabe der ersten Briefwahlunterlagen kann theoretisch bei Vorliegen der gedruckten Unterlagen und bereits erfolgter Beantragung eines Wahlscheins ab dem 16. August 2021 starten. Denn der 15. August 2021 ist der Stichtag, wann die dafür notwendigen Wählerverzeichnisse fertig erstellt sein müssen.

Welcher Stimmzettel kommt in welchen Umschlag?

Wähler erhalten dann den Stimmzettel, auf dem sie ihre Erst- und Zweitstimme vergeben können. Der Stimmzettel kommt in einen blauen Stimmzettelumschlag. Dieser wird zugeklebt in einen weiteren, roten Umschlag gesteckt. Hinzu kommt die auf dem Wahlschein befindliche „Versicherung an Eides statt zur Briefwahl“, versehen mit Datum und Unterschrift. Der rote Wahlbriefumschlag kommt dann in den Briefkasten; innerhalb Deutschlands muss keine Briefmarke aufgeklebt werden.

Kommt meine Stimme per Post auch wirklich an?

Ja. Durch die rote Farbe der Umschläge fallen diese auf und können leicht erkannt werden. Mit der Deutschen Post sei vereinbart, dass selbst Wahlbriefe, die am Tag vor der Wahl in den Briefkasten geworfen wurden, noch am Wahl-Sonntag zugestellt würden, so der Bundeswahlleiter. Sollte das mit dem Einwerfen nicht rechtzeitig geklappt haben, kann man den roten Umschlag am Wahltag bei der auf diesem angegebenen Stelle abgeben – oder abgeben lassen.

Was ist die Briefwahl an Ort und Stelle?

Möglich ist auch eine direkte Abgabe des Umschlags bei der zuständigen Stelle der jeweiligen Gemeinde, die sogenannte Briefwahl an Ort und Stelle. Hierzu kann der oder die Wahlberechtigte eine Wahlkabine im Gemeindebüro nutzen. Denn beim Wahlgang ist sicherzustellen, dass der Stimmzettel unbeobachtet gekennzeichnet und in den Stimmzettelumschlag gelegt werden kann.

Was müssen Wähler beachten, die im Ausland leben?

Wer im Ausland lebt, und zwar nicht nur vorübergehend, muss bis zum 5. September bei der zuständigen Heimatgemeinde eine Eintragung ins Wählerverzeichnis beantragen, um an der Bundestagswahl teilnehmen zu können. Sobald die Briefwahlunterlagen angekommen sind, sollten sich Auslandsdeutsche mit der Stimmabgabe und dem Zurücksenden beeilen, damit die Unterlagen spätestens am Wahltag, um 18.00 Uhr ankommen – sonst zählt die Stimme nicht.

Wann kann ich mit dem Eingang der Briefwahlunterlagen rechnen?

Briefwahlunterlagen können erst nach endgültiger Zulassung der Wahlvorschläge und anschließendem Druck der Stimmzettel ausgegeben oder versandt werden. Dies kann frühestens etwa sechs Wochen vor der Wahl erfolgen. Daher ist es wichtig, dass der Antrag rechtzeitig circa sechs Wochen vor der Wahl bei der zuständigen Gemeinde gestellt ist.