Die Linke stellt den Arzt Dr. Gerhard Trabert zur Bundespräsidentenwahl auf. dpa

Die Machtspielchen sind gespielt, der Sieger steht fest: Frank-Walter Steinmeier wird am 13. Februar erneut zum Bundespräsidenten gewählt werden. Die Linke will deshalb ein Zeichen gegen den Einheitsbrei von SPD, Union, Grünen und FDP setzen und stellt einen eigenen Kandidaten auf. Er heißt Gerhard Trabert, ist 65 Jahre alt und Arzt aus Mainz.

„Würdig und eine gute Wahl für das Amt des Bundespräsidenten“, erklärte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch. „Trabert ist tagtäglich mit dem Arztmobil unterwegs, um obdachlose Menschen zu versorgen, war in vielen Krisengebieten als Arzt und Seenotretter tätig, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.“

„Meine Kandidatur steht unter dem Slogan: Mehr soziale Gerechtigkeit wagen“, sagte Trabert, Gründer und Vorsitzender des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland“. Im Programm der Bundesregierung könne er dies nicht erkennen. „Viele Politiker sind so weit entfernt von der Lebensrealität der Empfänger von Transferleistungen, dass sie nicht nachvollziehen können, was es bedeutet, von Hartz IV leben zu müssen.“ Es müsse Aufgabe eines Bundespräsidenten sein, das Thema Ungleichheit stärker zu betonen. In der Pandemie werde zu wenig beachtet, dass Krankheit und Sterblichkeit mit dem sozialen Status verbunden seien.

Der Parteilose warf der Bundesregierung vor, angesichts der Not von Flüchtlingen im Mittelmeer der humanitären Verantwortung Deutschlands nicht gerecht zu werden.