Offshore Windpark Alpha Venus, in der Nordsee vor Borkum. Ein ähnliches Windpark könnte auch vor Warnemünde entstehen.  Imago

 Wie viele und welche Windkraftanlagen vor Warnemünde in der Ostsee gebaut werden, ist derzeit noch nicht klar. Aber zwischen neun und 12 sollen es auf einem etwa 15 Quadratkilometer großen Testfeld sein, so der Bericht der Ostseezeitung.  Auch Mega-Windräder von 300 Metern Höhe sind möglich. Planer für das Nationale Testfeld Offshore Windenergie hatten am Mittwoch zu einer Ausfahrt zu dem geplanten Gebiet eingeladen. Später sei ein weiteres kommerziell genutztes Feld  geplant, welches von einem Energieerzeuger übernommen werden soll.

Windkraft in der Ostsee gegen den Klimawandel 

„Es bleibt uns in Sachen Klimawandel nicht viel Zeit. Ohne Windenergie auf See sind die nationalen und europäischen Klimaschutzziele nicht einzuhalten“, betont Karina Würz, seit 1. August Geschäftsführerin der Stiftung Offshore Windenergie in der Ostseezeitung. Sie rechnet weiter vor: Eine Offshore-Windenergieanlage mit 10 Watt kann Strom für 10.000 Haushalte produzieren. Auf dem Testfeld sind allerdings etwa 170 Mega Watt geplant – damit wäre der Jahresbedarf von bis zu 180.000 Haushalten gedeckt.

Klimaneutrale Stadt 

Die Stadt Rostock will bis 2035 O2-neutral werden und will Wasserstoffregion werden. Auf dem Nationalen Testfeld soll auch Forschung betrieben werden. Ein Umweltmonitoring, Logistik und Rettungskonzepte können erforscht werden. Auch Aquakulturen und Fischerei vor dem Windpark seien denkbar. Das Projekt wird zu 90 Prozent vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und soll auch gut bezahlte Forschungsjobs schaffen. 

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Touristiker befürchten Beeinträchtigungen für Gäste am Strand, auch die Segler in der Region können den Plänen bisher wenig abgewinnen. Laut Ostseezeitung war jedoch der  Tourismusdirektor der Stadt auf der Ausfahrt zum Testfeld dabei und sagte gegenüber dem Blatt: „Ich bin von Anfang an ein kritischer Begleiter des Projekts. Ich verschließe mich der Energiewende jedoch nicht. Wir haben hier aber eines der schönsten Segelreviere und viel unberührte Natur. Das sind Hauptbuchungsgründe für unsere Gäste und das wollen wir bewahren. Wir müssen hier allen gerecht werden, vom Fischer bis zum Segler.“ Er könne sich allerdings vorstellen, so die Ostseezeitung, dass, Ausflugsfahrten und Angebote rund um das Offshore-Testfeld auch neue Angebote für Touristen sein könnten. Auf Helgoland habe man damit beispielsweise sehr gute Erfahrungen gemacht.

Dass so ein großes Projekt in der Region für Diskussionen sorgt, ist einkalkuliert, nun sind Bürgerdialoge geplant.  Frühestens 2026 könne mit dem Bau und der Netzanbindung des Testfeldes begonnen werden.