Die in Großbritannien aufgetretene Variante des Coronavirus wurde jetzt auch in Dresden entdeckt. Foto: dpa/Tom Weller

Die Impf-Kampagne gegen Corona nimmt Fahrt auf: EU-weit gibt es eine neue Vereinbarung über bis zu weitere 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und dessen US-Partners Pfizer und am Dienstag soll erstmals auch der Impfstoff der US-Pharmafirma Moderna ausgeliefert werden.

Mitarbeiter in Schutzkleidung desinfizieren in Südkorea Bänke in der Ankunftshalle des internationalen Flughafens Incheon. In Südkorea sind nun ebenfalls Fälle der in Großbritannien entdeckten Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden.  Foto: dpa/Kim Sun-Woong

Dringend nötige Fortschritte, denn mit 1188 neuen Todesfällen binnen 24 Stunden registrierte das Robert-Koch-Institut einen neuen, traurigen Höchststand. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist mit 31.849 Fällen weiterhin hoch,  das RKI geht sogar davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher liegen könnten.

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Große Gefahr birgt auch eine Corona-Mutation aus England, die als deutlich ansteckender gilt und nun bei einem Infizierten in Sachsen festgestellt wurde. Wissenschaftler warnen laut „tagesschau.de“, dass in Deutschland diese Mutationen des Virus nur unzureichend überwacht werden.

Deutschland prüft nur jeden 900. positiven Test auf Mutationen

Während die Briten jeden 15. positiven Corona-Test auf Veränderungen des Erregers überprüfen, erfolgt eine solche Überprüfung in Deutschland nur bei jedem 900. Test. Deutschland sequenziere „auf dem Niveau eines Entwicklungslands“, so das vernichtende Urteil des Freiburger Virologen Hartmut Hengel. Grund: Die Genom-Sequenzierung wird vom Bund nicht finanziert. Die wahre Verbreitung der britischen Virus-Mutation B1.1.7. ist durch die lückenhafte Überwachung unbekannt.

Die europäische Seuchenbehörde ECDC rät deshalb dringend dazu, jetzt mehr zu sequenzieren, um die Ausbreitung der neuen Mutation zu kontrollieren und damit verlangsamen zu können. Fachleute hatten eine bessere Überwachung von Virus-Mutationen bereits kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gefordert. Laut NDR, WDR und SZ hat sich bis heute, also mehr als ein Jahr später, aber nichts geändert.