Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit will mehr testen. imago/teutopress

Die Ankündigung Sachsens, ab Montag landesweit die 2G-Regel einzuführen, ist ein Paukenschlag, auch in Berlin ist die 2G-Regel geplant. Doch der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit geht schon einen Schritt weiter: Er warnt davor, die Wirkung von 2G-Regeln, also der Zulassung nur von Geimpften und Genesenen zu Veranstaltungen, zu überschätzen!

2G gibt nur eine „Scheinsicherheit“

2G gebe eine „Scheinsicherheit“, sagte Schmidt-Chanasit am Samstag im Deutschlandfunk. Auch Geimpfte könnten sich infizieren und das Virus übertragen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit geringer sei.

Abschaffung kostenloser Tests war falsch

Wenn man wirklich Sicherheit wolle, helfe nur 1G weiter – also alle zu testen, egal ob geimpft, ungeimpft oder genesen, ist der Virologe überzeugt. Das sollte vor allem für problematische Bereiche gelten, wo vulnerable Menschen gefährdet seien.

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Man sollte das wichtige Instrument des Testens nicht aus der Hand geben, mahnte Schmidt-Chanasit. Er warb zugleich für eine „Testoffensive“ und kritisierte, dass die kostenlosen Bürgertests Mitte Oktober abgeschafft wurden.

Erstes Land der Welt führt 1G-Regel ein

Als erstes Land der Welt will Costa Rica schon bald die 1G-Regel einführen. Ab 8. Januar sollen dort nur noch vollständig geimpfte Staatbürger und Touristen am öffentlichen Leben teilhaben können. Der Besuch von Hotels, Restaurants, Geschäften, Museen oder auch Nationalparks ist dann nur noch mit vollständiger Impfung möglich, so das Auswärtige Amt.

Österreich greift ebenfalls schon härter durch: Am Freitag beschloss die Regierung, eine bundesweite 2G-Regel einzuführen. Menschen ohne Impfung oder Nachweis der Genesung dürfen ab Montag keine Lokale, Friseure und Veranstaltungen mehr besuchen. Dasselbe gilt für den Zutritt zu touristischen Betrieben.