Alexander Kekulé, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle.  Foto: imago images/Horst Galuschka

Der Virologe Alexander Kekulé hält nichts von den aktuellen Corona-Maßnahmen. In einem Interview mit dem Radiosnder WDR 5 plädiert er für ein anderes, differenzierteres Vorgehen.

„Wir hätten bei dem derzeitigen Lockdown wesentlich selektiver vorgehen können“, sagte Kekulé. In Bezug  auf Gaststätten etwa hätten vermutlich nur einige wenige schwarze Schafe herausgepickt werden müssen. „Aber man musste wohl in dieser Situation mit der Gießkanne oder mit dem Hammer arbeiten, hätte aber vielleicht auch ein Skalpell nehmen können oder eine Pinzette.“

Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle an der Saale kritisiert außerdem, dass von der Bundesregierung nicht schon viel früher Schnelltests in großen Mengen beschafft worden sind.

Den Vorschlag gebe es bereits seit Februar. Anfangs sei er aber als „Unsinn“ abgetan worden. Inzwischen würden die Tests zwar bestellt, aber das sei für diesen Winter viel zu spät, so Kekulé. Seiner Meinung nach hätten die Schnelltests dazu beitragen können, das „normale Leben“ viel besser zu organisieren. .

Kekulé glaubt auch nicht daran, dass mit Schließungen und „Lockdown“ eine bessere Pandemie-Situation bis  Weihnachten zu erreichen sei. „Das wird nicht so sein, das Virus ist erst einmal gekommen, um zu bleiben.“ Die Gesellschaft müsse sich damit arrangieren. „Wir brauchen einen kontinuierlichen Modus, damit umzugehen.“