Seit 17. März sind Kitas in Berlin geschlossen – dürfen bald die ersten Kinder wieder zurück?
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Bund und Länder haben sich auf eine schrittweise Öffnung der Kitas geeinigt. Die vier Phasen umfassen die aktuelle Notbetreuung, eine erweitere Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und schließlich den Normalbetrieb.

Vorrang für Kinder von Alleinerziehenden

Als Erste sollen Kinder mit besonderen Bedürfnissen wieder zur Kita gehen. Dazu zählen etwa Minderjährige mit besonderem Förderbedarf, Kinder aus beengten Wohnverhältnissen oder Kinder von Alleinerziehenden. Zudem soll die Öffnung von Spielplätzen geprüft werden. Die Empfehlungen sind Thema bei der Schaltkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs am Donnerstag. Ein konkretes Datum für den Wiedereinstieg wurde nicht genannt. In Niedersachsen allerdings könnten Kitas bereits ab Mitte Mai öffnen, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) an.

Gewerkschaft Verdi: Nur maximal fünf Kinder pro Gruppe

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) drängt auf eine breitere Öffnung von Kitas noch vor dem Hochsommer. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) fordert sogar eine sofortige Öffnung von Kitas und Grundschulen, um Eltern zu entlasten. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält dies für falsch. Bei den Kita- und Grundschulkindern könne man eine schnelle Verbreitung des Coronavirus nicht ausschließen, warnte Lauterbach im „SWR“. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nannte eine vollständige Öffnung ebenfalls „nicht realistisch“. Sie schlug vor, die Gruppengröße zunächst auf maximal fünf Kinder zu begrenzen.