Strommast in Frankreich in der Nähe eines Atommeilers
Strommast in Frankreich in der Nähe eines Atommeilers dpa/Laurent Cipriani

Die Lage wirkt paradox: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat gerade ausdrücklich versichert, die Stromversorgung in diesem Winter sei gesichert. Blackout-Szenarien wegen einer Unterversorgung der Kapazitäten seien nicht zu befürchten, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in Johannesburg nach einem Besuch des südafrikanischen staatlichen Energieversorgers Eskom. Es seien alle Kapazitäten am Netz.

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Bundeswirtschaftsminister Habeck schließt Blackout aus – 125.000 Haushalte nach „Brownout“ ohne Strom!

Deutschland sei sogar in der Lage, Frankreich mit Strom auszuhelfen. „Die Verfügbarkeit von Energie für die elektrische Stromerzeugung ist für diesen Winter gesichert“, betonte Habeck. Nun ist aber ein vertrauliches Papier an die Umweltministerin von Baden-Württemberg, Thekla Walker, aufgetaucht, die an dieser Aussage Zweifel nährt – und zwar mit ausdrücklichem Hinweis auf die prekäre Versorgungslage in Frankreich.

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In der französischen Hauptstadt Paris waren am Donnerstagabend 125.000 Haushalte ohne Strom, und zwar als Folge eines sogenannten Brownouts, einer kontrollierten Abschaltung der Stromversorgung, um weiterreichende Schäden am Stromnetz abzuwenden. Betroffen waren Menschen im dritten, vierten und fünften Arrondissement der Hauptstadt, teilte der Netzbetreiber RTE mit. In Frankreich ist die Stromversorgungslage bereits seit Monaten prekär, weil das Land massiv auf Atomkraft setzt, zahlreiche Atomkraftwerke aufgrund von Sicherheitsproblemen jedoch außer Betrieb genommen wurden.

Ganze Stadtteile und Unternehmen nach „Brownout“ ohne Strom – massive Schäden erwartet

Auch weil Deutschland Frankreich mit Strom aushelfen muss, könnten nun im grenznahen Südwesten Deutschlands ebensolche regionalen „Brownouts“ entstehen, heißt es in dem Papier, aus dem die Bild-Zeitung zitiert. Ganze Stadtteile oder stromintensive Unternehmen könnten für eine Dauer von 90 Minuten vom Netz genommen werden. Ziel sei die „Vermeidung des Zusammenbruchs des Stromnetzes bei Lastunterdeckung“, heißt es in dem Geheimpapier.

Erhebliche Probleme könnten für Hightech-Firmen selbst bei einem kurzfristigen Stromausfall entstehen. So führte ein gerade einmal 20-minütiger Ausfall bei Chipfabriken von Bosch und Infineon in Sachsen dazu, dass die Produktion über Stunden ausfiel und so einen Millionenschaden verursachte.