Für Füchse riecht Abfall lecker.
Für Füchse riecht Abfall lecker. dpa/Stephanie Pilick

Ein Fuchs dürfte es an den Tag gebracht haben: Das Ehepaar  Olaf Scholz und Britta Ernst – er Bundeskanzler, sie Brandenburgs Bildungsministerin – sollen es mit der Beseitigung von teilweise vertraulichen Papieren nicht soooo genau nehmen.

Tüten mit Papieren, mutmaßlich von Meister Reinecke aus dem Müll gekramt, wurden von Nachbarn des Ehepaars  in der Potsdamer Altstadt aufgehoben. Die wunderten sich dann, so berichtet der Spiegel, was darin so steckte.

Dass Britta Ernst sich aufgeschrieben hatte, für ihren Auftritt nach der Bundestagswahl am 26. September 2021 als Outfit „Schwarzer Hugo Boss Anzug, graues Shirt, Kette mit Stein, schwarze Sneaker, schwarze Anke Runge Tasche“ zu wählen, ist nicht besonders interessant, konnte man ja sehen.

Das Ehepaar Britta Ernst/ Olaf Scholz auf dem Weg ins Wahllokal am 26. September: »Jeans, blaues Shirt, dünner blauer Blazer« hatte sich die Kanzlergattin und Ministerin für die Kleiderwahl notiert.
Das Ehepaar Britta Ernst/ Olaf Scholz auf dem Weg ins Wahllokal am 26. September: »Jeans, blaues Shirt, dünner blauer Blazer« hatte sich die Kanzlergattin und Ministerin für die Kleiderwahl notiert. dpa/Peter Kneffel

Dass die Nachbarn lesen konnten, welche von Ernsts Abteilungsleiter im Urlaub sind, und was so in ihrem Terminkalender steht, ist schon heikler.

Nicht sehr geheim, aber sehr, sehr peinlich

Peinlich aber, dass Unterlagen „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“ ungeschreddert im Müll landeten. Da konnte man nach dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau erfahren, was das Auswärtige Amt über die Ehepartner der Gipfelteilnehmer aufgeschrieben hatten. Zum Beispiel, dass die Frau des japanischen Premiers Sekretärin bei Mazda sei, und die Frau von Italiens Ministerpräsident die Öffentlichkeit meidet.

Fragen des Spiegel zu der Abfall-Affäre wurden von Kanzleramt und Bildungsministerium nicht beantwortet.