Bei einem virtuellen Treffen seiner Organisation „My Brother's Keeper" für junge Schwarze sagte Ex-Präsident Obama, dass er in den Protesten ein Zeichen der Hoffnung sieht.  Foto: AP

Der Tod von George Floyd hat in den USA das Vertrauen in Polizei und Justiz erschüttert. Staatsanwälte wollen nun mit aller Härte durchgreifen. Tausende demonstrieren erneut gegen Rassismus. Die Kritik an US-Präsident Donald Trump nimmt unterdessen weiter zu - auch von sehr prominenter Stelle.

Denn alle vier noch lebenden früheren US-Präsidenten haben den systematischen Rassismus in den USA verurteilt. Jimmy Carter, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama kritisierten in Stellungnahmen die anhaltende Ungleichheit und die Benachteiligung Schwarzer in den USA. Bei allen klang auch - mehr oder weniger direkt - Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump mit. Trump hat Floyds Tod mehrfach verurteilt. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis zu zeigen für den Zorn über anhaltende Diskriminierung.

Obama sieht Proteste als Chance

Obama, der bislang einzige schwarze US-Präsident, bezeichnete die friedlichen Proteste als Chance, Fortschritte im Kampf gegen den „institutionalisierten Rassismus“ in den USA zu machen. Es sei beeindruckend und ein Zeichen der Hoffnung, dass sich Menschen aller Gesellschaftsschichten und Hautfarben an den Protesten im ganzen Land beteiligten, sagte Obama.

Weltweit gingen Menschen gegen Rassismus auf die Straße, so wie hier in London.  Foto: Tolga Akmen/AFP

Auch Ex-Verteidigungsminister James Mattis hat sich hinter die Proteste gestellt und Präsident Donald Trump als Spalter kritisiert. Trump sei der erste Präsident, den er erlebe, der sich nicht darum bemühe, das Land zu einen, sondern seit drei Jahren versuche, das Land zu spalten, schrieb Mattis im US-Magazin „The Atlantic“. „Wir sind Zeugen der Konsequenzen von drei Jahren ohne reife Führung“, schrieb der pensionierte General (69).

Drei weitere Polizisten angeklagt

Bei Protesten in US-Städten forderten am Mittwoch erneut Tausende friedliche Demonstranten Gerechtigkeit für Floyd und ein Ende des Rassismus. Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Minnesota hat inzwischen drei weitere, an Floyds Festnahme beteiligte, mittlerweile entlassene Polizisten wegen Mittäterschaft angeklagt und ließ sie festnehmen. Die Anklage gegen den für Floyds Tod verantwortlichen Polizisten wurde zudem verschärft. Er muss sich jetzt wegen Mordes zweiten Grades vor Gericht verantworten, worauf bis zu 40 Jahre Haft stehen.

George Floyd - von der rassistischen Polizei getötet", steht auf dem Plakat. Gegen die vier beteiligten Cops erging Ankage. Foto: Imago Images/ZUMA Wire

Bei dem Polizeieinsatz in Minneapolis hatte er sein Knie fast neun Minuten lang in Floyds Nacken gedrückt - trotz aller Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen. Die drei weiteren Polizisten waren an Floyds Festnahme beteiligt. Er wurde verdächtigt verdächtigt worden war, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben.