Schulen und Kitas dicht – etliche Eltern betreuen ihre Kinder daheim. Foto: AP Photo/Nam Y. Huh

Gehaltsausfälle bei Kinderbetreuung, Kurzarbeitergeld – die Corona-Krise gefährdet Firmen, Selbstständige und tausende Arbeitsplätze. Um Hilfen für Eltern, die wegen der Coronakrise ihre Kinder betreuen müssen und vielleicht
nicht arbeiten können, ging es beim Spitzentreffen im Arbeitsministerium. Arbeitgeber und Gewerkschaften berieten mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Arbeitsminister Huber- tus Heil (SPD) über das weitere Vorgehen.

„Unverhältnismäßige Lohneinbrüche“ bei einem Arbeitsausfall wegen notwendiger Kinderbetreuung müssen vermieden werden, versprach Heil nach dem Treffen, „wir werden dazu Gesetze machen.“ Dabei gehe es um eine Lohnfortzahlung durch die Arbeitgeber, die sich das Geld dann vom Staat zurückholen könnten. Auch beim Kurzarbeitergeld wollen Politik und Sozialpart- ner Lohnlücken gemeinsam abfedern. Denn bisher können im
Fall von Kurzarbeit nur wenige Arbeitnehmer darauf vertrau- en, dass ihre Verdienstausfälle ausgeglichen werden.

Corona-Krise: Keine Steuererhöhungen geplant

Bundesarbeitsminister Heil will die Lohnausfälle möglichst gering halten, sieht dabei auch die Wirtschaft in der Mitverantwortung. „Es ist so, dass die Arbeitgeber durchaus auch mehr zahlen können“, sagte er. Mit Blick auf die Lage von kleinen Selbstständigen wie Ein-Frau-Betrieben will Heil einen Nothilfefonds einrichten. Und: „Ich werde auch dafür sorgen, dass die, die jetzt existenziell gefährdet sind und nicht mehr über die Runden kommen, einfacher ein soziales Sicherungsnetz in Anspruch nehmen können.“ Auch Kleinstselbstständige sollten demnach unbürokratisch Leistungen als Überbrückungsgeld bekommen.

Besonders hart könnte es den Einzelhandel treffen, der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet wegen der
angeordneten Ladenschließungen eine Pleitewelle. „Durch massive Umsatzausfälle werden tausende selbstständige
Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet“, warnte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Die Geschäftsschließungen führten bundesweit zu rund 1,15 Milliarden Euro Umsatzausfall pro Tag.

Höhere Steuern zur Abmilderung der Corona-Folgen sind bislang dagegen kein Thema. Wirtschaftsminister Altmaier zur Funke Mediengruppe: „Steuererhöhungen wären Gift für die viele Unternehmen, die jetzt schon um ihre Existenz kämpfen müssen.“