Papst Franziskus will im Vatikan die Finanzströme besser kontrollieren. Foto: Imago Images/Zuma Wire/Evandro Inetti 

Rom - Nach mehreren Finanzskandalen im Vatikan ordnet Papst Franziskus die Kontrolle der Gelder neu - und entzieht dem einflussreichen Staatssekretariat damit seine Macht.

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Wie der katholische Kirchenstaat am Donnerstag mitteilte, beauftragte der 83-jährige Papst eine Kommission damit, alle Kapital- und Immobilienwerte der vatikanischen Spitzenbehörde in den kommenden drei Monaten an die Güterverwaltung Apsa zu übertragen. Das Wirtschaftssekretariat solle den Umgang mit den Geldern kontrollieren. Eine Zentralisierung der Finanzströme war in den vergangenen Wochen bereits angekündigt worden.

Undurchsichtige Geldströme

Hintergrund ist auch, dass viele Organe des Kirchenstaates über Einzelkassen verfügen und die Geldströme als teils undurchsichtig gelten. Für Schlagzeilen hatten unter anderem verlustreiche Immobiliengeschäfte in London gesorgt. Dazu laufen auch juristische Ermittlungen.

Der Vatikan veröffentlichte am Donnerstag zudem ein Schreiben von Franziskus vom 25. August, in dem der Papst die Änderungen eingefordert hatte. Darin sind die Investitionen des Staatssekretariats in London erwähnt. Nach Angaben von Vatikansprecher Matteo Bruni gab es am Mittwochabend eine Planungssitzung mit dem Papst, um die Änderungen in kurzer Zeit voran zu treiben.