An Tankstellen kam es wegen der Benzinknappheit teils sogar zu Prügeleien. Video: Instagram/Shaaddeez

Viele Tankstellen sind geschlossen, an anderen horten gereizte Autofahrer Sprit: In Teilen der USA ist das Benzin nicht nur teurer, sondern vor allem knapp geworden. Hintergrund ist die Hacker-Sabotage einer wichtigen Pipeline. Experten befürchten weitere Engpässe.

Ansturm auf die Zapfsäulen: Kilometerlange Schlangen bildeten sich vor Tankstellen. Foto: AP/Ethan Hyman/The News & Observer

Vor allem im Südosten der USA ist Sprit nach dem Cyberangriff auf die größte Benzin-Pipeline Mangelware. Im Bundesstaat North Carolina sei an 70 Prozent der Tankstellen kein Benzin mehr erhältlich, twitterte der Experte Patrick De Haan von der Marktanalysefirma Gasbuddy. In Virginia seien 53 Prozent der Tankstellen betroffen, in South Carolina und in Georgia sei es jeweils knapp jede zweite. Auch in anderen Bundesstaaten im Südosten der Vereinigten Staaten gab es demnach Engpässe.

Eine geschlossene Tankstelle im US-Bundesstaat Virginia – Folge einer Cyber-Attacke auf eine der größten US-Ölpipelines. Foto: AFP/Andrew Caballero-Reynolds

Prügeleien an Tankstellen

An den Zapfsäulen kam es teils zu chaotischen Szenen. US-Medien verbreiteten ein Instagram-Video von einer Schlägerei an einer Tankstelle in North Carolina, wo sich eine Fahrerin offenbar in der Schlange an einer Zapfsäule vordrängeln wollte.

Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC sah sich am Mittwoch dazu gezwungen, auf Twitter davor zu warnen, Benzin in Plastiktüten zu füllen. Auch in der Region um die US-Hauptstadt Washington – in der nach De Haans Daten jede fünfte Tankstelle ausfiel – berichteten Autofahrer von langen Schlangen an den Zapfsäulen.

Alle aktuellen News aus Politik & Wirtschaft finden Sie hier.

Die Betreibergesellschaft Colonial hatte Ende vergangener Woche nach einem Cyber-Angriff mit Schadsoftware eine der größten Öl-Pipelines vom Netz genommen. Die Hacker der Gruppe DarkSide wollten Colonial erpressen. Inzwischen wird die Pipeline schrittweise wieder hochgefahren. Es wird aber noch Tage dauern, bis die Engpässe überwunden sind.