Der Mann soll im KZ Neuengamme Gefangene bewacht haben. Foto: dpa/Christian Charisius

Die USA haben einen ehemaligen KZ-Wächter nach Deutschland ausgeliefert. Der 95 Jahre alte Friedrich Karl B. landete am Sonnabend auf dem Frankfurter Flughafen, wie ein Sprecher der Bundespolizei der dpa bestätigte. Zuvor hatte der Spiegel über die bevorstehende Ankunft berichtet.

Vorwurf lautet Beihilfe zum Mord

B. kam den Angaben zufolge am späten Vormittag mit einem Ambulanzflugzeug in Frankfurt an. Die Bundespolizei übergab ihn dem hessischen Landeskriminalamt (LKA) zur Vernehmung. Ein LKA-Sprecher sagte, es liege ein Vernehmungsauftrag der Generalstaatsanwaltschaft Celle vor. Der Vorwurf laute Beihilfe zum Mord.

Friedrich Karl B. auf einer Aufnahme von 1959  Foto: AFP/Jose Romero

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Nach Angaben von US-Behörden hat B. gestanden, als Wachmann in einem Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme nahe dem niedersächsischen Meppen Gefangene bewacht zu haben. Er lebte zuletzt im Bundesstaat Tennessee.

KZ-Häftlinge mussten bis zum Tod arbeiten

Im Februar 2020 hatte ein Richter in den USA die Abschiebung angeordnet, im November 2020 lehnte eine Berufungsinstanz den Einwand des Betroffenen ab. In der Begründung des Urteils vom Februar hieß es, in dem Außenlager seien unter anderem Juden, Polen, Russen, Dänen, Niederländer, Franzosen und politische Gefangene inhaftiert gewesen.

Sie seien im Winter 1945 unter „grauenhaften“ Bedingungen interniert gewesen und hätten „bis zur Erschöpfung und zum Tod“ arbeiten müssen. Dabei seien „unter unmenschlichen Bedingungen“ rund 70 Häftlinge ums Leben gekommen, hieß es weiter.