In diesem Krematorium im US-Staat Maryland liegen die Toten in Kartons. Die Zahl der Leichname, die eingeäschert werden sollen, ist hier wegen der Seuche um 30 Prozent gestiegen. Foto: AFP

Die Corona-Todeszahl in den USA rast auf die 40.000 zu, über 700.000 Menschen sind infiziert. Der republikanische Präsident Donald Trump aber macht auf Optimismus und schlägt auf die Demokraten unter den Gouverneuren der Bundesstaaten ein.

Er rechne mit bis zu 65.000 Toten, erklärte Trump, der kürzlich noch von 100.000 möglichen Opfern gesprochen hatte. Er möchte eine Lockerung von Kontaktverboten und Ausgangssperren, um die Wirtschaft aus der Umklammerung des Virus zu befreien: Binnen vier Wochen gab es 22 Millionen Arbeitslose mehr.

Die Maßnahmen, in 40 der 50 Staaten gültig, liegen aber in der Hand der Gouverneure. Die haben für harte Maßnahmen Umfragen hinter sich: Zwei von drei Amerikanern fürchten, die Beschränkungen könnten zu früh aufgehoben werden.

Der Wirtschafts-„Lockdown“ führt zu Panik: In drei von demokratischen Gouverneuren geführten Staaten – Michigan, Minnesota und Virgina – gab es Demos gegen die Maßnahmen, Teilnehmer erschienen teilweise bewaffnet. Das bewegte Trump zu Twitter-Angriffen auf demokratische Gouverneure und der Forderung, die drei Staaten zu „befreien“. Verbunden mit der Behauptung, der 2. Verfassungszusatz sei „unter Belagerung“. Er erlaubt Amerikanern das Waffentragen.

Den Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, pöbelte Trump an: Er solle „seine Arbeit machen“. Cuomo, dessen Staat über 10.000 Tote verzeichnet, konterte: „Wenn er zu Hause sitzt und Fernsehen schaut, sollte er vielleicht aufstehen und zur Arbeit gehen.“ Der Gouverneur des Staates Washington, Jay Inslee: „Der Präsident ist entgleist.“