Lesley Beckley wirft im Lummi-Reservat ihren Wahlbrief aus dem Auto heraus in einen Kasten am Straßenrand, der von Wahlhelfern und nicht von der Post geleert wird. Hier im Staat Washington bei Seattle und in vier weiteren Staaten gibt es 2020 keine Wahllokale.   Foto: Elaine Thompson/AP

Über 230 Millionen US-Bürger sind wahlberechtigt, haben sich in die Wählerlisten eintragen lassen. Die Wahlbeteiligung wird voraussichtlich hoch: fast 100 Millionen Menschen haben bereits beim „Early Voting“ im Wahllokal oder per Brief ihre Stimme abgegeben. Allein in Texas waren es rund neun Millionen –  2016 stimmten 8,6 Millionen Texaner insgesamt ab.

2016 hatte die US-Wahlbeteiligung bei 55,7 Prozent gelegen, knapp 137 Millionen Stimme wurden abgegeben.

Die Flut an Brief- und frühen Wählern könnte dazu führen, dass  nicht schon am Mittwoch früh deutscher Zeit klar sein wird, wer gewonnen hat. Unter anderem deshalb, weil jeder Staat eigene Regeln hat. So darf North Carolina bis zum 12. November die Briefwählerstimmen auszählen.

Donald Trump rechnet jedenfalls damit, dass das endgültige Wahlergebnis spät kommt: „Die ganze Welt und unser Land werden warten (…), ihr werdet wochenlang warten.“

Laut einem Internetportal, das sich auf drei anonyme Quellen beruft, will Trump sich gegebenenfalls noch in der Wahlnacht zum Sieger erklären, ehe die Briefwahlstimmen ausgezählt sind. Das Warten darauf sei „nicht fair“, und sobald die Wahl vorbei sei, „gehen wir mit unseren Anwälten rein“.