Teilnehmer einer Demonstration werden von Polizisten gestoppt. Die Initiatoren der rechten Demo unter dem Motto "Ami go home" fordern von den USA, ihre Truppen und Atomwaffen auf deutschem Boden abzuziehen. 
Teilnehmer einer Demonstration werden von Polizisten gestoppt. Die Initiatoren der rechten Demo unter dem Motto "Ami go home" fordern von den USA, ihre Truppen und Atomwaffen auf deutschem Boden abzuziehen.  dpa/Sebastian Willnow

Unter dem Motto „Ami go home“ („Ami geh nach Hause“) haben sich am Sonnabend in Leipzig laut Polizei mehrere Hundert Menschen vor dem Bundesverwaltungsgericht versammelt – unter starkem Gegenprotest in der Stadt. Zu den Rednern der Demonstration zählte auch der Herausgeber des „Compact-Magazins“, Jürgen Elsässer. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft das Magazin als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung ein. Unweit des US-Generalkonsulats forderten die Demonstranten die USA auf, ihre Truppen und Atomwaffen auf deutschem Boden abzuziehen.

Lesen Sie auch: Propaganda pur: Putin trifft angebliche Soldatenmütter – Bericht entlarvt den dreisten Fake!<

Unter den Teilnehmern waren der Polizei zufolge Gruppen aus dem rechten Spektrum. Auch der ehemalige AfD-Politiker André Poggenburg war mit dabei. Die Redner kritisierten auch die Bundesregierung, unter anderem in Bezug auf den Angriffskrieg in der Ukraine. Nach einer Kundgebung zogen die Teilnehmer unter „Wir sind das Volk“-Rufen entlang des Innenstadtrings durch den Westen der Stadt.

Gegendemonstranten veranstalteten Sitzblockaden

Gegendemonstranten versuchten, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem mit Sitzblockaden aufzuhalten. Am Rande der Demonstration sei es immer wieder zu Ausschreitungen gekommen, so die Polizei. Bei einer Gegendemo am Bundesverwaltungsgericht sowie auf einer Demo aus dem Süden der Stadt sei Pyrotechnik gezündet worden. Dabei sei nach ersten Erkenntnissen eine Person verletzt worden.

Polizisten stehen an brennenden Müllcontainern. Teilnehmer einer linken Demonstration blockierten in Leipzig einen rechten Aufmarsch unter dem Motto "Ami go home".&nbsp;&nbsp;
Polizisten stehen an brennenden Müllcontainern. Teilnehmer einer linken Demonstration blockierten in Leipzig einen rechten Aufmarsch unter dem Motto "Ami go home".   dpa/Sebastian Willnow

Etwa eine Stunde vor angemeldetem Veranstaltungsende beendeten die Veranstalter der „Ami go home“-Demo den Aufzug durch die Stadt. Grund war laut Polizei unter anderem eine Sitzblockade an der Strecke, an der rund 500 Menschen teilnahmen. Eine Räumung wäre nicht verhältnismäßig gewesen, hieß es. Zudem seien auf den möglichen Nebenrouten Blockaden zum Teil mit Gegenständen errichtet worden, so dass keine Optionen für eine Fortsetzung des Aufzugs mehr vorhanden waren.

Polizei mit Großaufgebot bei den Demonstrationen

Der Gegenprotest sei insgesamt „deutlich größer“ gewesen als die Demonstration „Ami go home“, teilte die Polizei weiter mit. Auf einem großen Banner der Gegendemonstranten stand „Die Rechten zu Boden“. Die Teilnehmerzahl bei den Gegen-Aktionen liege insgesamt im niedrigen vierstelligen Bereich, sagte eine Polizeisprecherin. Die Zahl der Demonstranten der „Ami go home“-Demonstration schätzte die Polizei auf bis zu 1200. Angemeldet worden waren 15 000 Teilnehmer.

Die Einsatzkräfte waren in der Stadt mit einem Großaufgebot unterwegs. „Wir sind auf alles vorbereitet - auch für den Verlauf des Abends“, sagte die Polizeisprecherin. Dabei standen unter anderem Wasserwerfer bereit, auch ein Hubschrauber war im Einsatz.