Die FDP wollte nicht mehr neben der AfD sitzen. imago/Future Image

Es klingt nach Sitzreihen-Rangelei wie in der Schule: Nach 70 Jahren ändert die Ampel-Mehrheit im Bundestag die Sitzordnung – und die Union schäumt. Auf Wunsch der FDP wurde im Plenum durchgewunken, dass die Liberalen künftig von der AfD wegrücken dürfen und in der Mitte des Plenums sitzen. Neben ihren Regierungspartnern SPD und Grüne.

Die Wahlverlierer von der CDU/CSU rücken weiter nach rechts, direkt neben die AfD. „Die FDP ist die Mitte-Mitte-Partei, und deshalb würden wir gerne auch in der Mitte sitzen“, hatte der ehemalige Fraktionsgeschäftsführer und jetzige Justizminister Marco Buschmann die neue Sitzordnung begründet.

CSU ätzt: Bundestag ist doch kein Karussell!

Die Union reagierte sauer auf die Versetzung: Die Sitzordnung im Deutschen Bundestag sei kein Karussell, das man immer wieder neu drehen könne, hatte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt gestichelt. „Respekt ist keine Einbahnstraße.“ Die Ampel könne dies auch zeigen, indem sie die 70 Jahre alte Sitzordnung im Bundestag respektiere und nicht mit ihrer Mehrheit umwerfe, sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus.

Bislang sitzt, vom Bundestagspräsidium aus gesehen, ganz rechts im Plenum die AfD-Fraktion, daneben die FDP, dann folgen Union, Grüne, SPD und Linke. Die FDP wollte bereits nach ihrem Wiedereinzug im Parlament 2017 mit der Union den Platz tauschen. CDU und CSU lehnten das damals ab und wollten es auch dieses Mal nicht.

Doch auch die Parlamentsgeschäftsführerin der Grünen, Irene Mihalic, kann nichts Schlimmes am Antrag der Ampel-Fraktionen finden: „Die Sitzordnung im Plenum ist nicht in Stein gemeißelt“, sagte sie der Rheinischen Post. „Ein Blick in die Landesparlamente zeigt die unterschiedlichen Möglichkeiten.“