Maschinen, Bildschirme, Schläuche, Kabel: ein Arzt und zwei Schwestern an den Betten zweier Schwerstkranker in der Covid-19-Station der Uniklinik Leipzig. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Vertreter der deutschen Universitätskliniken haben eindringlich vor einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen gewarnt und Maßnahmen für eine deutliche Absenkung gefordert. Die Mitarbeiter auf den Intensivstationen seien an der Belastungsgrenze angekommen. 

Insbesondere in den Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln bleibe die Lage angespannt. In vielen Universitätskliniken, die sich um die besonders heftigen Fälle kümmern, seien erhebliche Teile der Intensivkapazitäten nötig, um schwer an Covid-19 Erkrankte zu versorgen. Nicht dringliche Operationen müssten verschoben werden. 

Die Behandlung schwerstkranker Patientinnen und Patienten erfolge mit besonders aufwendigen Verfahren der „extrakorporalen Membranoxygenierung“ (ECMO), bei der das Blut des Patienten außerhalb des  Körpers mit Sauerstoff versorgt wird, weil die Lunge versagt.

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Prof. Dr. Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité: „In den vergangenen zwei Wochen ist die Zahl der Behandlung schwerstkranker Patientinnen und Patienten mit besonders aufwendigen Verfahren wie der ECMO erheblich angestiegen und hat mit 26 gleichzeitigen Behandlungen ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Das dafür geschulte Pflegepersonal kann einer solchen Belastung nicht dauerhaft standhalten. “ -

Prof. Dr. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand der Uniklinik Dresden und Leiter des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD):  „Keinesfalls darf die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen. Sonst droht auch in Deutschland eine Situation wie in vielen unserer Nachbarländer. Dort sind die Intensivkapazitäten am Limit angelangt, Schwerkranke können nicht mehr behandelt werden.“ Davon sei Deutschland noch ein Stück entfernt. Allerdings hätten die letzten Wochen gezeigt, wie schnell die Lage sich zuspitzen könne. „Vor diesem Hintergrund bleibt jeder und jede Einzelne gefordert, weiterhin mit aller Kraft an der Eindämmung von Covid-19 zu arbeiten.“