Ungeimpfte AfD-Abgeordnete sitzen abgesondert über dem Bundestagsplenum: Sie nennen das Ehrentribüne, andere Trotteltribüne. imago/Florian Gärtner

Wer mit Corona infiziert war, gilt seit Freitag nur noch für drei statt für sechs Monate als genesen. Danach ist er einem voll Geimpften nicht mehr gleichgestellt. Deshalb werden voraussichtlich bald weitere Abgeordnete aus der AfD auf die Tribüne ausweichen müssen, darunter Fraktionschefin Alice Weidel. Sie ist nach eigenen Angaben nicht geimpft und hatte im November eine Corona-Infektion.

Wie ein Sprecher am Montag auf Nachfrage mitteilte, hat ihr Genesenen-Status noch bis Anfang Februar Gültigkeit. „Sie wird dann auf der Tribüne Platz nehmen“, fügte er hinzu. Wie viele AfD-Abgeordnete darüber hinaus von der verkürzten Dauer des Genesenenstatus betroffen seien, lasse sich derzeit nicht sagen.

Im Bundestag gelten seit vergangener Woche verschärfte Corona-Regeln, gegen die in der AfD eine Klage erwogen wird: In den Plenarsaal oder in die Ausschusssäle dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene mit zusätzlichem Test. „Geboosterte“, also drei Mal Geimpfte, brauchen keinen Test. Wer ungeimpft ist oder Corona noch nicht hatte, darf nur noch mit aktuellem negativen Test in den Plenarsaal, aber dort nur auf die Tribüne.

Zur Verkürzung des Status' „Genesen“ hieß es am Montag aus dem Gesundheitsministerium, das Robert Koch-Institut lege Empfehlungen dazu fest und habe das auch auf seinen Internetseiten bekanntgemacht. Die Festlegung sei aus wissenschaftlicher Sicht erfolgt. Hintergrund sei, dass aufgrund der vorherrschenden Omikron-Variante ein sehr viel größeres Risiko bestehe, nach dieser Zeit zu erkranken oder Überträger zu sein.