Ostdeutsche verdienen oft weniger als Westdeutsche.
Ostdeutsche verdienen oft weniger als Westdeutsche. dpa/Waltraud Grubitzsch

Mehr als 32 Jahre sind seit der deutschen Wiedervereinigung vergangen und dennoch sind die Löhne in Ost- und Westdeutschland immer noch nicht gleich! Und dabei handelt es sich nicht einmal um eine Minderheit. Mehr als 71 Prozent der Fachkräfte in Ostdeutschland verdienen weniger als die westdeutschen Fachkräfte im Mittel!

Insgesamt sind dies 1,59 Millionen Fachkräfte in den neuen Ländern. Dies ging aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten René Springer hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Manche Ost-Fachkräfte verdienen weniger als West-Hilfskräfte

Mehr als ein Drittel der Fachkräfte in Ostdeutschland (38 Prozent) verdienen zudem weniger als Helfer in Westdeutschland im Mittel. In Sachsen trifft dies auf 44 Prozent der Fachkräfte zu, in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind es jeweils knapp 40, in Brandenburg 39 und in Mecklenburg-Vorpommern 43 Prozent.

Helfertätigkeiten umfassen dabei in der Regel einfachere Arbeiten, die keinen einschlägigen formalen Berufsausbildungsabschluss voraussetzen. Die Angaben basieren auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Insgesamt habe sich die Lohnspreizung zwischen Ost und West in den vergangenen 20 Jahren nur geringfügig verkleinert, wie Springer unter Berufung auf die Angaben betonte. Springer sieht darin einen wesentlichen Grund für die „Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien im Osten“.