Der Rotkäppchen-Sekt ist nicht nur im Osten beliebt. Zwischen 50 Cent einem Euro teurer soll die Flasche nun teurer werden.
Der Rotkäppchen-Sekt ist nicht nur im Osten beliebt. Zwischen 50 Cent einem Euro teurer soll die Flasche nun teurer werden. dpa/Hendrik Schmidt

Jetzt knallen die Preiskorken! Neben dem Gänsebraten wird nun zum Weihnachtsfest auch der Sekt teurer. Der erste Hersteller hat bereits Erhöhungen angekündigt. Danach soll der Preis beim Rotkäppchen-Sekt steigen, der nicht nur bei Ostdeutschen beliebt ist und bei keiner Weihnachtsfeier fehlen darf. Nicht das einzige Produkt. Der KURIER zeigt, was alles zum Weihnachtsfest teurer wird.

Die Kellerei Rotkäppchen-Mumm mit Sitz in Freyburg in Sachsen-Anhalt bereitet jetzt die Verbraucher auf eine Preiserhöhung vor. Angesichts gestiegener Kosten, etwa für Glasflaschen, sei aber davon auszugehen, dass die Preise für Sekt steigen, erklärte Unternehmenschef Christof Queisser. „Für eine Flasche zwischen 50 Cent und einem Euro“, sagte er.

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Dabei erwarte der Hersteller für 2022 ein stabiles Geschäftsjahr. Der Sommer sei für das Unternehmen sehr gut gelaufen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren mit Corona-Einschränkungen hätten nun „viele Konsumenten Feiern nachgeholt, ob Geburtstage oder Hochzeiten“, so Queisser. Es habe auch einen Nachholeffekt in der Gastronomie gegeben.

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Doch die vergangenen Monate seien für das Unternehmen etwas verhaltener gelaufen. Das Hauptproblem: Die Flaschen, die mit hohem Energiebedarf in der Glasindustrie hergestellt werden, seien jetzt doppelt so teuer. Außerdem erhöhten sich die Kosten für die Transporte und Verpackungen.

„Bis jetzt haben wir ein stabiles Geschäft in Summe. Und jetzt wird es sich entscheiden, wie die letzten Wochen laufen, vor Weihnachten und Silvester“, sagte Queisser. Der Dezember habe traditionell einen Anteil von 20 Prozent am Umsatz des Unternehmens.

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Teurer Kartoffelsalat: Auch die Zutaten für diesen köstlichen Weihnachtsklassiker sind teurer geworden. 
Teurer Kartoffelsalat: Auch die Zutaten für diesen köstlichen Weihnachtsklassiker sind teurer geworden.  Imago/Westend 61

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Kilo-Preise für Gänse haben sich verdoppelt

Auch beim Gänsebraten müssen wir zu Weihnachten tiefer in den Geldbeutel greifen. Grund sei neben den gestiegenen Transportkosten auch die Vogelgrippe, die in Teilen Osteuropas Tierbestände befallen hätte, so Lorenz Eskildsen, Vorsitzender des Bundesverbandes Bäuerlicher Gänsehaltung.

Etwa 80 Prozent der Gänse kommen dem Züchter zufolge jedes Jahr als Importware aus Polen und Ungarn nach Deutschland. Während Käufer im vergangenen Jahr für diese Gänse etwa 4,50 Euro pro Kilo zahlte, müssten sie in diesem Jahr dafür doppelt so viel zahlen. Für eine deutsche Gans sei der Preissprung kleiner: „Letztes Jahr waren es 15,95 Euro pro Kilo, in diesem Jahr sind es drei Euro mehr“, sagte Eskildsen.

Die Kilo-Preise für Gänse aus Osteuropa sind doppelt so hoch wie im Vorjahr.
Die Kilo-Preise für Gänse aus Osteuropa sind doppelt so hoch wie im Vorjahr. dpa/Karl-Josef Hildenbrand

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Auch die Preise für die Beilagen wie Rotkohl oder Grünkohl steigen. Laut der Preisvergleichs-App Smhaggle seien die im Glas abgefüllten Kohlsorten um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Teurer sind auch die Kartoffeln geworden. Damit trifft es die wichtige Zutat für den Kartoffelsalat, der zu den beliebtesten Gerichten am Heiligabend gehört. Laut des Statistischen Bundesamtes haben sich die Kartoffelpreise im Oktober zum Vormonat um knapp 22 Prozent erhöht. Lauchgemüse ist um etwa 17 Prozent teurer geworden, Gewürzgurken um 15 Prozent.

Und auch die Würstchen blieben von Preiserhöhungen nicht verschont. Um die 15 Euro kostet etwa das Kilo. Günstiger ist es beim Discounter, wo die Wiener um die 6 Euro/Kilo zu haben sind.